Tim Engartner ist Professor für Sozialwissenschaften an der Universität zu Köln.

Wir brauchen mehr finanzielle Bildung: Diese Forderung wird seit Jahren lauter. Sie greift jedoch zu kurz, solange sie sich darauf beschränkt, dass junge Menschen etwas über Altersvorsorge, Schuldenprävention und Konsum lernen sollen. Schließlich hat Geld in unserer Gesellschaft nicht nur eine ökonomische Funktion, sondern auch eine soziokulturelle. Es gilt als Maßstab für Erfolg, verleiht Ansehen und gewährt Einfluss. Der Ausspruch »Geld macht nicht glücklich« müsste längst durch den Hinweis »..., aber kein Geld macht unglücklich« ergänzt sein. Und wenn knapp zwei Drittel der Deutschen den Sozialstaat inzwischen für unbezahlbar halten, zeigt das die politische Bedeutung unseres Finanzbewusstseins.