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Ehingen am Ries

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
BERJAYA
Ehingen am Ries
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ehingen a.Ries hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 48° 58′ N, 10° 33′ OKoordinaten: 48° 58′ N, 10° 33′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Donau-Ries
Verwaltungs­gemeinschaft: Oettingen in Bayern
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 15,64 km²
Einwohner: 752 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86741
Vorwahl: 09082
Kfz-Kennzeichen: DON, NÖ
Gemeindeschlüssel: 09 7 79 138
Gemeindegliederung: 7 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Schloßstr. 36
86732 Oettingen i. Bay.
Website: ehingen-am-ries.de
Erster Bürgermeister: Marc Müller (Freie Wählergemeinschaft Ehingen)
Lage der Gemeinde Ehingen a.Ries im Landkreis Donau-Ries
Karte
Karte

Ehingen am Ries (amtlich Ehingen a.Ries) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Oettingen in Bayern.

Das Pfarrdorf Ehingen am Ries ist der Hauptort und liegt am Rand des Nördlinger Rieses, die Gemeinde gehört zur Planungsregion Augsburg.[2]

Gemeindegliederung

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Die Gemeinde hat sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3][4]

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Belzheim und Ehingen a.Ries.[5] Die Gemarkung Ehingen a.Ries hat eine Fläche von 8,599 km². Sie ist in 817 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10524,84 m² haben.[6] In ihr liegen die Gemeindeteile Beutenmühle, Ehingen, Jägerhaus und Schaffhausen.[7]

Bis zur Gemeindegründung

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Ehingen am Ries entstand aus einer alemannischen Gründung und gehörte zum Fürstentum Oettingen. Etwa die Hälfte des Dorfes (wie auch das nördlich gelegene Erlbach) gehörte der protestantischen Linie dieses Hauses und nahm deshalb im Jahr 1539 den neuen Glauben an. Neben der anderen Dorfhälfte blieb auch Niederhofen beim katholischen Glauben. Seit der Reformationszeit ist die Pfarrkirche von Ehingen eine Simultankirche – neben Illschwang in der Oberpfalz eine der wenigen in Bayern. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern.

Die erste schriftliche Erwähnung von Belzheim erfolgte 1053 als Villa Bellesheim. Der Ort gehörte zur Zeit des Alten Reiches fast ausschließlich zum Deutschen Orden.

Eingemeindungen

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Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Belzheim eingegliedert.[8]

Einwohnerentwicklung

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Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 802 auf 792 um 10 Einwohner bzw. um 1,3 %.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1961[8] 1970[8] 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohner891890834816829814809788799767

Bürgermeister und Gemeinderat

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Bei der Wahl am 8. März 2026 wurde Marc Müller (Freie Wählergemeinschaft Ehingen) mit 60,2 % der Stimmen zum 1. Bürgermeister gewählt; sein Mitbewerber war Amtsinhaber Thomas Meyer. Die Amtszeit begann am 1. Mai 2026.[9]

Die Vorgänger von Müller waren Thomas Meyer (Neue Gemeinsame Liste) vom 1. Mai 2020 bis 30. April 2026[10] sowie Erhard Michel (Freie Wählergemeinschaft) vom 24. November 2009 bis 30. April 2020. Davor war Paul Fackler (Freie Wählergemeinschaft) im Amt.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat ist für die Amtszeit 2026 bis 2032 wie folgt:[11]

  • Freie Wählergemeinschaft Ehingen 4 Sitze
  • Neue Gemeinsame Liste (NGL) 2 Sitze
  • Neue Gemeinde (NG) 2 Sitze

In den Amtszeiten 2014 bis 2020 und 2020 bis 2026 hatten die Freie Wählergemeinschaft und die Neue Gemeinsame Liste jeweils drei Sitze und der Wahlvorschlag Neue Gemeinde 2 Sitze.

Wappen von Ehingen am Ries
Wappen von Ehingen am Ries
Blasonierung:Geviert von Rot und Gold, belegt mit einer silbernen Wehrkirche in Vorderansicht mit Ringmauer und Tor.“[12]
Wappenbegründung: Das Kirchengebäude stellt die Pfarrkirche von Ehingen dar. Die Farben Rot und Gold entsprechen den Wappenfarben des Hauses Oettingen, in deren Territorium der Ort einstmals lag.

Dieses Wappen wird seit 1961 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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BERJAYA
St. Stephanus in Ehingen

Bodendenkmäler

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Wirtschaft und Infrastruktur

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Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

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2017 gab es in der Gemeinde 47 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 343 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 296 Personen größer als die der Einpendler. Drei Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 34 landwirtschaftliche Betriebe, die eine landwirtschaftliche Fläche von 1362 ha bewirtschafteten.

Am 1. März 2024 gab es in der Gemeinde eine Kindertageseinrichtung mit 44 Plätzen und 42 Kindern, davon 9 unter drei Jahren.

Persönlichkeiten

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  • Franz Anton Förch (1783–1871), römisch-katholischer Priester, Gymnasiallehrer, Historiker und bayerischer Landtagsabgeordneter
  • Georg Bickel (1862–1924), Malerpfarrer
  • Anton Jaumann (1927–1994), Jurist und Politiker (CSU), von 1970 bis 1988 Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr, außerdem von 1958 bis 1990 Mitglied des Bayerischen Landtages
  • Johannes Hanselmann (1927–1999), 1975 bis 1994 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
  • Alois Löser (Frère Alois) (* 1954), Prior der Communauté de Taizé von 2005 bis 2023
  • Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 541 (Volltext [Wikisource] Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
Commons: Ehingen am Ries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
  2. Ehingen am Ries im BayernAtlas
  3. Gemeinde Ehingen a.Ries in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. September 2019.
  4. Gemeinde Ehingen a.Ries, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 9. Dezember 2021.
  5. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 9. April 2026.
  6. Gemarkung Ehingen a.Ries (096712). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 9. April 2026.
  7. Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. April 2026.
  8. 1 2 3 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 794 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  9. Bürgermeisterwahl 2026, abgerufen am 6. Mai 2026
  10. Gemeinde Ehingen am Ries > Gemeinderat. Verwaltungsgemeinschaft Oettingen in Bayern, abgerufen am 14. Juni 2020.
  11. Gemeinderatswahl 2026, abgerufen am 6. Mai 2026
  12. Wappen von Ehingen am Ries in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  13. Beschreibung der Kapelle, abgerufen am 6. Mai 2026