Bildungsministerium: Gros der Unterrichtsstunden schon besetzt
Nach Jahren des Lehrermangels in bestimmten Fächern und Regionen dürfte sich die Lage im kommenden Schuljahr weiter entspannen.
„Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, gab sich Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) einen Monat vor Schulstart optimistisch. Zwei Drittel der ausgeschriebenen Stunden seien besetzt, berichtete die APA heute unter Berufung auf das Ministerium. Einige Bundesländer sind allerdings schon weiter als andere.
Die Besetzungsverfahren sind derzeit noch im Gange. Die Zahl der offenen Stunden stieg im Vergleich zur Hauptausschreibung Ende April (96.900) noch einmal deutlich. Knapp 136.300 sind nach zusätzlicher Ausschreibungsrunde wegen Ad-hoc-Bedarfe durch Karenzen, Krankenstände oder kurzfristige Versetzungen zu besetzen.
Das entspricht knapp 6.200 Vollzeitposten. Berücksichtigt man auch Teilzeitstellen oder einzelne offene Stunden, sind es um die 9.000 Posten. Insgesamt unterrichten in Österreich über 128.000 Lehrkräfte.
18.400 Bewerberinnen und Bewerber
Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber zog seit dem Frühjahr ebenfalls noch einmal an, von 12.900 auf 18.400. Je nach Region, Schultyp und Unterrichtsfach ist der Andrang sehr unterschiedlich.
Etwa ein Zehntel sind Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger mit einem fachlich geeigneten Studium und einschlägiger Berufserfahrung, die erst berufsbegleitend pädagogisch ausgebildet werden.
Zwei Drittel aller offenen Stunden waren laut Daten des Ministeriums sechs Wochen vor Schulbeginn vorläufig oder fix vergeben. Bei einem Drittel wurde noch gesucht bzw. war das Bewerbungsverfahren noch im Laufen.
Viele offene Stellen in Vorarlberg
Die mit Abstand meisten Stunden für das kommende Schuljahr waren auch diesmal wieder in Wien ausgeschrieben (35.000), mit Stand 22. Juli waren davon 66 Prozent fix oder vorläufig zugewiesen.
Im Verhältnis besonders viele unbesetzte Stunden meldeten Vorarlberg, wo man wegen der Nähe zur Schweiz traditionell bei der Lehrersuche zu kämpfen hat und erst 43 Prozent der 12.700 ausgeschriebenen Stunden vergeben waren, und Oberösterreich (22.900 Stunden ausgeschrieben, 50 Prozent zugewiesen). Im Burgenland waren mit Ende Juli für 60 Prozent der 3.700 offenen Stunden passende Lehrkräfte gefunden.
In Niederösterreich (20.700) und Salzburg (7.700) waren zum selben Zeitpunkt 77 bzw. 75 Prozent der Stunden vergeben, in Tirol (13.700 Stunden) waren es 80 Prozent. Noch höher lagen die Werte in Kärnten (6.200, 83 Prozent besetzt), der Steiermark (10.100, 85) und bei den direkt vom Bildungsministerium verwalteten Zentrallehranstalten und Praxisschulen (3.600, 86).
