Konferenz und politische Jam-Session für ein vielfältiges Miteinander
Das Projekt KulTür auf! existiert seit drei Jahren. Seitdem widmet sich KulTür auf! Themen wie Rassismus und Diskriminierung, die künstlerisch in Theaterstücken, auf Lesungen und beispielsweise durch Hip-Hop-Musik dargestellt werden. Um die Gedanken gegen Rassismus, Ausgrenzung, Intoleranz und Diskriminierung einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, zielt das kreative Projekt zudem darauf ab, die großen Bühnen zu erreichen.
Auf der Konferenz und bei der politischen Jam-Session am 21. Mai 2016 im Haus der Kulturen der Welt äußerten die jungen TeilnehmerInnen in kreativen Workshops und auf der Bühne erfolgreich ihre Stimmen gegen das rassistische Gedankengut, das beispielsweise die Partei AfD, aber auch die Bundesregierung, in die Köpfe der Zivilgesellschaft pflanzt.
Kreativität gegen rassistische Gedanken und Handlungen
Eine zentrale Frage der einzigartigen und erfolgreichen Kultur-Konferenz war deshalb: Was können wir als Kulturschaffende rechten, rassistischen, nationalistischen Gedanken und Bewegungen wie beispielsweise PEGIDA entgegensetzen?
Den Auftakt der farbenfrohen Veranstaltung bildeten nach einem Brunch eine innovative Hip-Hop-Performance und ein kurzes Theaterstück. Durch die Hip-Hop-Performance äußerten ADS ? (Attackiert das System auf kunstvolle, moderne Weise kritische Gedanken an der aktuellen Partei-Politik der AfD, an rechtem Gedankengut, an Abschiebung, Diskriminierung und Folter. Auch im Theaterstück wurden Rassismus und Hass thematisiert.
Das Publikum war begeistert. Es ist die vielfältige Gesellschaft, für die es sich zu rebellieren und aktiv zu werden lohnt. Dies wurde durch die KulTür auf!-Konferenz noch einmal verdeutlicht. In breiten Teilen der Zivilgesellschaft entstehen Sorgen aufgrund des verharmlosten, rechten Gedankenguts, in dessen Folge Brand- und Mordanschläge gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte verübt und gebilligt werden. Auch der Brandanschlag auf das Kunstwerk „Die Türen Europas“ im Jahr 2015 und die Pogrome in Rostock-Lichtenhagen des Jahres 1992 wurden in diesem Rahmen kritisch und mit Besorgnis diskutiert. Es ist nicht mehr möglich, wegzuschauen, sondern notwendig, sich rassistischen Gedanken und Handlungen entgegenzustellen.
Neue Ideen und Bildung für ein produktives Miteinander
Die Zeit des Nationalsozialismus ist lange vorbei. Doch gerade aus diesem Grund müssen sich Menschen in der modernen Zeit immer wieder neue Gedanken machen, das gesellschaftliche Miteinander in Frage stellen und neu gestalten, andernfalls besteht die Gefahr, in alte Muster von Ausgrenzung und Abschiebung zu verfallen oder schließlich selbst Opfer von ausgrenzenden Regelungen zu werden.
In den vielfältigen, kreativen Workshops wurden zahlreiche Ideen und Wünsche für eine positive, humane Gesellschaft geäußert. Besonderes Augenmerk wurde auf die produktive Zusammenarbeit gelegt. Es ist evident, dass die Bildung des menschlichen Bewusstseins eine der Hauptaufgaben für uns alle ist. Aber wie wird dies erreicht? Wie stellt sich die Zusammenarbeit in politischen oder kreativen Gruppen dar? Diese und viele, weitere Fragen wurden auf der KulTür auf!-Konferenz beantwortet. Das Lesen von Büchern kann in hohem Maß rechtes Gedankengut verhindern. Außerdem muss die Arbeit Spaß machen!
Laura Ziegler ist Autorin interessiert sich für moderne Gegenstände und antike Philosophie, hat Kurzgeschichten gegen Rassismus und für Freundschaft veröffentlicht, beispielsweise in der Anthologie „Schräge Typen“ des Verlags Topicana, war Koautorin des Drehbuchs zu Michael Koobs Film „Wagner sucht das Glück“, der auf dem Festival Max-Ophüls-Preis gezeigt wurde, macht sich nun in Berlin als Autorin selbstständig, schreibt einen Science-Fiction-Roman und arbeitet an einem Spielfilmprojekt für den Verlag Panini.
Wo :
Seminarraum der Internationales Kultur Centrum UfaFabrik e.V.
Im Rahmen des FESTIWALLA 2016
Viktoriastr. 10-18,
Berlin 12105
Wann:
Donnerstag 7. Juli 2016
18h30-20h00







