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Chiasso

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Chiasso
BERJAYA
Wappen von Chiasso
Staat: SchweizBERJAYA Schweiz
Kanton: Kanton TessinBERJAYA Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Mendrisiow
Kreis: Kreis Balerna
BFS-Nr.: 5250i1f3f4
Postleitzahl: 6830
UN/LOCODE: CH CHI
Koordinaten: 723804 / 77154Koordinaten: 45° 50′ 5″ N,  1′ 55″ O; CH1903: 723804 / 77154
Höhe: 230 m ü. M.
Höhenbereich: 225–567 m ü. M.[1]
Fläche: 5,35 km²[2]
Einwohner: 7564 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 1414 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
45,1 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident: Bruno Arrigoni (FDP.Die Liberalen)
Website: www.chiasso.ch
BERJAYA
Innenstadt von Chiasso
Innenstadt von Chiasso
Lage der Gemeinde
Karte von ChiassoLuganerseeComer SeeItalienBezirk LuganoBalernaCastel San Pietro TIChiassoMorbio InferioreBreggia TIVacalloColdrerioMendrisioRiva San VitaleNovazzanoStabio
Karte von Chiasso
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BERJAYA
Stadion Chiasso

Chiasso [ˈkjasːo] (anhören/?, lombardisch Ciass, deutsch veraltet Pias) ist eine politische Gemeinde und Kleinstadt im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Kreis Balerna im Bezirk Mendrisio und liegt unmittelbar an der Grenze zu Italien.

Die Gemeinde im Sottoceneri hat rund 7500 Einwohner und liegt im Mendrisiotto südöstlich von Mendrisio zwischen dem Luganersee und dem Comer See direkt an der Grenze zu Italien. Sie ist das Zentrum einer Agglomeration von etwa 19.000 Einwohnern (nur Schweizer Seite).

Der Ort Pedrinate, eine früher selbstständige Gemeinde, die seit 1976 zu Chiasso gehört, bildet mit dem Grenzstein 75B den südlichsten Punkt der Schweiz. Damit ist Chiasso die südlichste Schweizer Gemeinde.

Die Nachbargemeinden sind im Norden Balerna, Morbio Inferiore, Vacallo, im Nordosten Maslianico (IT-CO), im Südosten Como (IT-CO), im Süden San Fermo della Battaglia (IT-CO) und im Westen Novazzano.

Chiasso nimmt die östliche Hälfte einer kleinen Ebene auf 235 m ü. M. inmitten der Berge des Südtessins ein. Im Süden liegt der langgestreckte Hügelzug von Pedrinate (Sasso di Cavallasca, 614 m s.l.m.), im Nordwesten das Hügelgebiet vor dem Luganersee, im Norden die rasch ansteigenden Ausläufer des Monte Bisbino (1325 m s.l.m.). Entwässert wird die Ebene, die von Gleisanlagen und Industrie dominiert wird, von der Breggia, die im Osten zwischen Hügeln durch ein enges Tal dem drei Kilometer entfernten Comersee zufliesst.

BERJAYA
Chiasso; Luftbild von Werner Friedli (Fotograf) (1946)
BERJAYA
Dito (1962)

1140 wurde Chiasso erstmals als Claso erwähnt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts (1874) wurde Chiasso, ursprünglich ein Vorort des italienischen Nachbarn Como, dank der Eisenbahn mit seinem Grenzbahnhof und Rangierbahnhof zu einem wichtigen Grenzort. Durch die Eisenbahn erlebte Chiasso einen wirtschaftlichen Aufschwung, und die Bevölkerung nahm rapide zu.[5]

Nachdem die Grenzbahnhöfe an Bedeutung verloren hatten, wanderten viele Einwohner in die Nachbargemeinden Richtung Norden, wo Arbeitsplätze im tertiären Sektor vorhanden sind. So verzeichnete Chiasso seit 1970 (damals 8868 Einwohner) einen Bevölkerungsrückgang. Aus einem seit August 1994 bestehenden Forschungszentrum für sogenannte Grätzel-Zellen entwickelte sich ab 1999 ein kommerzieller Hersteller für monokristalline Solarzellen und Solarmodule. Die Nähe zum sonnenreichen Italien beschert dem Ort heute wieder eine solide Exportperspektive.

Im September 1976 löste sich nach langem Regenwetter oberhalb des Gaswerks ein Erdrutsch, welcher einen der drei Propangas-Behälter beschädigte (es gab zwar auf der gegenüberliegenden Seite eine Brandschutzwand, an einen Erdrutsch war bei den Sicherungsmassnahmen nicht gedacht worden). Nach einer gewissen Zeit löste ein durchfahrendes Motorrad durch kleine Motor-Funken eine Explosion der ausgeströmten Gaswolke aus. Die beiden anderen Behälter wurden danach durch die Feuerwehr gekühlt, circa 2000 Personen in der Umgebung evakuiert. Trotz Kühlung leckte auch der zweite Behälter auf Dauer, wobei ein zweiter Gaswolken-Brand entstand. Zwei Ammoniak-Behälter im Keller der nahegelegenen Frisco-Fabrik blieben unversehrt.[6]

Am 25. November 2007 scheiterte eine Fusionsvorlage in den Gemeinden Chiasso, Morbio Inferiore und Vacallo.

Chiasso (ab 1980 inkl. Pedrinate): Einwohnerzahlen von 1600 bis 2024
Jahr  Einwohner
1600
 
160
1683
 
315
1719
 
380
1769
 
455
1799
 
598
1808
 
618
1824
 
802
1836
 
954
1850
 
1.265
1860
 
1.346
1870
 
1.383
1880
 
1.571
1888
 
2.445
1900
 
3.700
1910
 
5.722
1920
 
5.439
1930
 
6.114
1941
 
5.625
1950
 
5.744
1960
 
7.377
1970
 
8.868
1980
 
8.583
1990
 
8.362
1991
 
8.207
1992
 
8.221
1993
 
8.168
1994
 
8.148
1995
 
8.116
1996
 
8.021
1997
 
8.016
1998
 
7.913
1999
 
7.898
2000
 
7.875
2001
 
7.653
2002
 
7.768
2003
 
7.738
2004
 
7.721
2005
 
7.706
2006
 
7.734
2007
 
7.792
2008
 
7.853
2009
 
7.763
2010
 
7.887
2011
 
7.776
2012
 
7.933
2013
 
8.074
2014
 
8.202
2015
 
8.174
2016
 
8.331
2017
 
8.182
2018
 
7.979
2019
 
7.759
2020
 
7.581
2021
 
7.440
2022
 
7.420
2023
 
7.565
2024
 
7.564
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[7][8] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[9]

Sehenswürdigkeiten

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Das Stadtbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[10]

  • Im Jahr 1833 wurde der Musikverlag Euterpe ticinese gegründet, er veröffentlichte Musikpartituren bis 1864[12]
  • Circolo Cultura, Insieme[13]
  • Circolo delle Arti[14]
  • Galleria Fotografia Oltre[15]
  • Musica Cittadina Chiasso[16]
  • Jazz Matinée[17]
  • Amici del Cinema Teatro di Chiasso[18][19]
  • Associazione amici del m.a.x. museo[20]
Museen, Galerie, Stiftung
  • 2005 wurde das m.a.x Museum eröffnet. Es wurde von Aoi Huber-Kono, der Witwe des Grafikers Max Huber, in Auftrag gegeben und nach den Plänen der Architekten Pia Durisch und Aldo Nolli realisiert[21][22]
  • Das 1935 vom Architekten Americo Marazzi erbaute Cinema Teatro wurde total renoviert und 2001 wieder eröffnet (Filmvorführungen, Theater, Musik, Tanz)
  • Spazio Officina[23][24]
  • Galleria Mosaico[25]
  • Folini Arte Contemporanea[26]
  • Galleria ConsArc[27]
  • Galleria Fotografia Oltre[28]
  • Die Stiftung Pro Marignano[29]
Festivals

In Chiasso werden verschiedene Festivals veranstaltet. Seit 1989 Chiassodanza (Tanzfestival), seit 1991 Festate (Festival der Weltmusik) und seit 1997 Festival di cultura e musica jazz (Jazzfestival).

1951 wurde in Chiasso die Edelmetallschmelze Argor SA gegründet. 1988 wurde deren Sitz nach Mendrisio verlegt.[30]

BERJAYA
Zoll von Chiasso nach Italien
  • Centro di Formazione Internazionale Il Gabbiano Jonathan[31]

Der Fussballverein FC Chiasso spielte insgesamt 28 Saisons, zuletzt 1992/93, in der Nationalliga A und gehörte in den 1950er Jahren zu den Schweizer Spitzenteams. 1951 wurde er Vizemeister, 1952 und 1958 gelang der dritte Platz. 1959, 1978 und 1991 stand er im Halbfinale des Schweizer Cups. In der ewigen Tabelle der zweithöchsten Fussball-Liga der Schweiz rangiert er auf dem vierten Platz.

Ebenfalls in Chiasso beheimatet ist der Amateurverein FC Insubrica, der derzeit in der 4. Liga spielt.[32]

Persönlichkeiten

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  • Giuseppe L. Beeler: In grigioverde agli ordini del Col Martinoni. In: Rivista Militare. Nummer 2. April 2010, S. 3–5.
  • Stefania Bianchi: Chiasso. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 30. Juni 2022.
  • Chiara Gerosa: Quando il col Martinoni salvò Chiasso dalla guerra. In: Giornale del Popolo. 24. April 2010, S. 6.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 464–469.
  • Simona Martinoli: „Italia e Svizzera“ di Margherita Osswald-Toppi: un monumento all’amicizia fra due Paesi. In: Archivio Storico Ticinese. Band 147. Casagrande, Bellinzona 2010.
  • Vigilio Massarotti: Una vita in grigioverde. Dal caduceo alle spighe. Edizioni Pedrazzini, Locarno 2009.
  • Celestino Trezzini: Chiasso. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 2: Basel – Egnach. Attinger, Neuenburg 1924, S. 563 (Digitalisat [PDF; 28,1 MB]).
  • Alessandro Zanoli: Chiasso, scene dalla guerra. In: Azione. Settimanale della Cooperativa Migros Ticinese, 19. April 2010, S. 5.
Weitere Inhalte in den
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BERJAYA Commons – Medieninhalte (Kategorie)
BERJAYA Wikivoyage – Reiseführer

Einzelnachweise

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  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. Stefania Bianchi: Chiasso. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 31. Mai 2005.
  6. Archivio Storico Ticinese, numero 146, 2010.
  7. Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 8. Juni 2026.
  8. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 8. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  9. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 8. Juni 2026.
  10. Chiasso. In: Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung. Bundesamt für Kultur BAK, 2005, abgerufen am 31. März 2025 (italienisch).
  11. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 464–469.
  12. Musikverlag Euterpe ticinese (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario (abgerufen am: 14. November 2017.)
  13. Circolo "Cultura, Insieme" auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  14. Circolo delle Arti auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  15. Galleria Fotografia Oltre auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  16. Musica Cittadina Chiasso auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  17. Jazz Matinée auf movenpickchiasso.com
  18. Amici del Cinema Teatro di Chiasso auf centroculturalechiasso.ch/cinema-teatro (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  19. Nicoletta Ossanna-Cavadini, Luca Saltini (Hrsg.): Cinema Teatro di Chiasso. La modernità di una tradizione culturale. Chiasso 2001.
  20. Associazione amici del m.a.x. museo auf centroculturalechiasso.ch/m-a-x-museo/amici (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  21. m.a.x.museo auf maxmuseo.ch (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  22. m.a.x.museo auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  23. Spazio Officina auf centroculturalechiasso.ch (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  24. Spazio Officina auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  25. Galleria Mosaico auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  26. Folini Arte Contemporanea auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  27. Galleria ConsArc auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  28. Galleria Fotografia Oltre auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  29. Stiftung Pro Marignano auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  30. Argor-Heraeus Geschichte. In: goldvorsorge.at/knowledge-base
  31. Centro di Formazione Internazionale Il Gabbiano Jonathan auf portal.dnb.de (abgerufen am 3. Dezember 2016).
  32. Football Club Insubrica (Memento vom 22. März 2017 im Internet Archive) auf mobile.football.ch/ftc/it (abgerufen am 21. März 2017).