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Neue WeltordnungTrumps „Friedensrat“ wird etwas konkreter

Das vom US-Präsidenten ins Leben gerufene Gremium nimmt Form an: als Imitat der Vereinten Nationen, bloß mit weniger Demokratien.

In übergroßen Lettern setzte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag im Schweizer Davos seine Unterschrift unter die sogenannte „Resolution 2026/1“ seines Friedensrates. In Anlehung an den bürokratischen Stil der Vereinten Nationen offizialisierte er damit die Charta des Rates.

Die Ehre gaben sich außerdem eine ganze Reihe von Staats- und Regierungschefs, unter anderem Nikol Pashinjan aus Armenien, Javier Milei aus Argentinien oder auch Ungarns Viktor Orbán. Zwanzig Staaten bestätigten mit ihrer Unterschrift der Charta ihre Teilnahme an Trumps Plan. Neben Armenien, Argentinien und Ungarn auch Bahrain, Marokko, Aserbaidschan, Bulgarien, Indonesien, Jordanien, Kasachstan, Kosovo, Pakistan, Paraguay, Katar, Saudi-Arabien, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Usbekistan und die Mongolei.

Über sechzig Länder waren von der Trump-Administration angefragt worden, dem Friedensrat beizutreten. Ursprünglich sollte er einmal die Befriedung und den Wiederaufbau des Gazastreifens lenken, nun soll er – so die Vision Trumps – auch bei der Beilegung weiterer Konflikte weltweit mitwirken.

Doch warum ließen sich immerhin neunzehn Länder überzeugen, dem Trump’schen Rat beizutreten? Wird doch zu Recht kritisiert, dass die Macht beim Chairman – also natürlich Trump selbst – konzentriert ist und der Rat an der Rolle der Vereinten Nationen als Hüter der internationalen Ordnung kratzen könnte.

Trump nicht verärgern

Ein Grund ist sicherlich die Macht der USA, gerade unter Trump, der auf diplomatische Zurückweisungen zumindest verbal heftig reagiert. Etwa als er Frankreich hohe Zölle auf Champagner und Wein androhte, weil Präsident Emmanuel Macron sich eher gegen die Teilnahme seines Landes am Friedensrat äußerte. Mit dem launenhaften Machthaber sollte man sich also gut stellen, denken wohl einige.

Ein weiterer Grund: Die sogenannte „liberale internationale Weltordnung“ nach dem Zweiten Weltkrieg hat nicht immer die Stabilität geliefert, die sie versprach. Gerade in Westasien zeigte sich das: Etwa in Irak, Libanon oder Jemen hatten oder haben weniger die international anerkannten Regierungen die Kontrolle, sondern militante und von der Islamischen Republik Iran unterstützte Organisationen. Etwa für Riad oder Abu Dhabi wurde das in der Vergangenheit bereits zum Problem.

In einer eher transaktionsbasierten Ordnung, gepaart mit einem starken und Druck ausübenden Amerika, könnten einige der Unterzeichner einen Vorteil für sich wähnen.

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7 Kommentare

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  • Josef 123

    Auf dem Foto sind schon mal zwei lupenreine Demokraten abgebildet (nach der Definition Gerhard Schröder; im wahren Leben also das genaue Gegenteil). Na dann: Na sdorówje!

    Europa, halte dich fern von dieser Verschwörung.

  • Perkele

    Die UN leiden an einem ähnlichen Sympthom wie die EU. Einstimmigkeit in schwierigen Situationen kann eine bedeutende Schwächung sein, qualifizierte Mehrheit wäre besser. Potentaten wie Trump, Xi oder Putin jedoch werden einer Änedrung niemals zustimmen. Vor allem Trump behindert die UN wo er kann, verachtet sie als schwach und gehört zu denen, die sehr gezielt diese Schwäche herbeiführen. Und wenn dieser Typ sich nun als "Weltherrscher" zu etablieren sucht, dann ist das eine kafkaeske Situation. Wer das gutheisst, hat nicht verstanden (oder will nicht verstehen) was Demokratie bedeutet. Finstere Perspektive...

  • Oliver Wagner

    Die Trump' sche Strategie ist doch offensichtlich: er macht staatliche und überstaatliche Organisationen lächerlich

    Nennt offensichtliche Lügen alternative Tatsachen.

    Durch offensichtliche Falschbehauptungen und durch seine Unberechenbarkeit erzeugt er größtmögliche Verwirrung.

    Sein Ziel ist nicht schwer zu erraten

  • Suryo

    "Board of Peace" sollte man vielleicht besser als "Friedensvorstand" übersetzen anstatt als "Rat". Das Wort board hat im Englischen, anders als council (Security Council - Weltsicherheitsrat) einen klaren Bezug zur unternehmerischen Sprache, auch, wenn es auch für einen Vereinsvorstand benutzt wird. Aber die unternehmerische Konnotation ist definitiv passender, weil sie Trumps Politikverständnis widerspiegelt - alles ist rein transaktionell, alles ist ein Deal. Das zeigt sich ja auch in der Milliarde, die Staaten für einen ständigen Sitz zahlen sollen.

  • Il_Leopardo

    Dieser Board of Trump ist ein Rohrkrepierer!

    • Il_Leopardo

      @Il_Leopardo:

      Begründung:



      Die wichtigen europäischen Staaten werden nicht beitreten. Russland und China wollen sich Trump nicht unterordnen. Kanada wurde bereits wieder ausgeladen. Trump hat wohl die Rede des Premierministers nicht gefallen. Und Australien und Neuseeland werden wohl auch abwinken - falls sie überhaupt eingeladen wurden. Was mit den anderen Giganten, wie Indien, Pakistan, Brasilien ist, weis ich nicht.

  • Kaboom

    Wo ist eigentlich Kim Yong Un? Der fehlt noch in dieser illustren Runde.