Mineralstoff

Mineralstoffe sind lebensnotwendige, anorganische Nährstoffe, die Organismen selbst nicht herstellen können. Daher müssen sie mit der Nahrung oder über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Sie gehören zu den Mikronährstoffen und liefern keine Energie, sind jedoch lebensnotwendig.[1]
Die hier genannten Stoffe betreffen ausschließlich den menschlichen oder tierischen Organismus. Pflanzen, Pilze und Bakterien benötigen teilweise andere Mineralstoffe.[2]
Da Mineralstoffe nicht organisch sind und deren Bestandteile meist als Ionen oder in Form anorganischer Verbindungen vorliegen, sind sie, anders als einige Vitamine, gegen die meisten Zubereitungsmethoden unempfindlich. Viele von ihnen können allerdings durch übermäßig langes Kochen aus der Nahrung gelöst werden und gehen mit dem Kochwasser verloren, sofern dieses nicht verwendet wird.[3]
Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mineralstoffe kommen in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln sowie in Mineralwasser vor. Der Körper benötigt sie für unterschiedliche Funktionen: Calcium ist beispielsweise ein wichtiger Baustein von Knochen und Zähnen, während Jod für die Bildung der Schilddrüsenhormone benötigt wird.[4]
Einteilung und Übersicht
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Mineralstoffe im Körper werden in zwei Gruppen eingeteilt. Mengen- oder Makroelemente sind mit einer höheren Konzentration als 50 mg/kg Körpergewicht vertreten. Für Spuren- oder Mikroelemente gilt eine erforderliche Konzentration von weniger als 50 mg/kg Körpergewicht. Davon abweichend zählt Eisen zu den Spurenelementen, ist jedoch mit ungefähr 60 mg/kg Körpergewicht vertreten. Für eine Reihe von Spurenelementen ist bislang ungeklärt, ob sie zufälliger Bestandteil des Menschen sind oder ob sie essenziell sind und ihnen eine physiologische Funktion zukommt.
Für die Funktion ist in allen Fällen die richtige Dosierung entscheidend: Sowohl Mangel als auch Überdosierung können gefährlich sein. Beispiele dafür sind Arsen- oder Selenvergiftung bei Überdosierungen oder die Kupferspeicherkrankheit.[5][6][7]
| Mengenelemente | Spurenelemente | ||
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Für den Menschen essenziell | Wahrscheinlich für den Menschen essenziell | Möglicherweise für den Menschen essenziell |
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Für eine Reihe von Spurenelementen ist der biochemische Nachweis der Essenzialität beim Menschen noch nicht abschließend erbracht.[8]
| H | He | ||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Li | Be | B | C | N | O | F | Ne | ||||||||||||
| Na | Mg | Al | Si | P | S | Cl | Ar | ||||||||||||
| K | Ca | Sc | Ti | V | Cr | Mn | Fe | Co | Ni | Cu | Zn | Ga | Ge | As | Se | Br | Kr | ||
| Rb | Sr | Y | Zr | Nb | Mo | Tc | Ru | Rh | Pd | Ag | Cd | In | Sn | Sb | Te | I | Xe | ||
| Cs | Ba | La | * | Hf | Ta | W | Re | Os | Ir | Pt | Au | Hg | Tl | Pb | Bi | Po | At | Rn | |
| Fr | Ra | Ac | ** | Rf | Db | Sg | Bh | Hs | Mt | Ds | Rg | Cn | Nh | Fl | Mc | Lv | Ts | Og | |
| * | Ce | Pr | Nd | Pm | Sm | Eu | Gd | Tb | Dy | Ho | Er | Tm | Yb | Lu | |||||
| ** | Th | Pa | U | Np | Pu | Am | Cm | Bk | Cf | Es | Fm | Md | No | Lr | |||||
| organische Grundelemente | Mengenelemente | essenzielle Spurenelemente | wahrscheinlich essenzielle Spurenelemente | möglicherweise essenzielle Spurenelemente |
Funktionen im Organismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ionen einiger Mineralstoffe befinden sich in einem funktionellen Regelkreis und beeinflussen einander: Beispielsweise Natrium- und Kaliumionen, die bei der Nervensignalleitung antagonistisch wirken. Manche sind Bestandteile von Hormonen, etwa das Jod bei den Schilddrüsenhormonen. Andere, etwa manche Mengenelemente, sorgen gelöst als Elektrolyte in Form von positiv geladenen Kationen und negativ geladenen Anionen für Elektroneutralität in den Körperflüssigkeiten zwischen den Geweben und für die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks. Mineralstoffe liegen in unterschiedlichen chemischen Verbindungen vor. Wie die Vitamine werden Mineralstoffe zu den Schutzstoffen[9] gezählt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ernährung in der Stillzeit – kindergesundheit-info.de: unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
- Mineralstofftabelle mit Vorkommen, Eigenschaften und Tagesbedarf
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Mineralstoffe | Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Abgerufen am 2. Juli 2026.
- ↑ M.A. Zoroddu, J. Aashet, G. Crisponi, S. Medici, M. Peana, V.M. Nurchi: The essential metals for humans: a brief overview. In: Journal of Inorganic Biochemistry. 195. Jahrgang, Juni 2019, S. 120–129, doi:10.1016/j.jinorgbio.2019.03.013, PMID 30939379 (englisch, sciencedirect.com).
- ↑ Effects of Household Cooking on Mineral Composition and Retention in Widespread Italian Vegetables. 24. Januar 2025, abgerufen am 28. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Mineralstoffe | Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Mineralstoffe | Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Mineralstoffe. 27. August 2020, abgerufen am 29. Juli 2026.
- ↑ Referenzwerte. Abgerufen am 29. Juli 2026 (deutsch).
- ↑ Trace elements in human nutrition and health. World Health Organization (WHO), 1996, abgerufen am 21. Juli 2026 (englisch).
- ↑ Wilhelm Stepp: Was leistet die Diät in der modernen Krankenbehandlung. In: Münchener Medizinische Wochenschrift. Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. 25–31 (Vortrag vor den Ärzten Vorarlbergs in Dornbirn am 20. Mai 1952), hier: S. 27.
