Levester Löwe

Das oft einfach der Levester Löwe genannte Gefallenendenkmal ist ein Kulturdenkmal in Leveste, einem Stadtteil von Gehrden in der Region Hannover in Niedersachsen. Das für die Gefallenen des Ortes im Ersten Weltkrieg errichtete Denkmal wurde später um die Namen der Gefallenen im Zweiten Weltkrieg ergänzt.
Geschichte
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Der Egestorfer Steinmetz Karl Sondershausen erhielt um das Jahr 1920 den Auftrag, in Leveste ein Ehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges zu errichten.[1] Das Monument aus Thüster Serpelkalkstein[2] wurde vermutlich noch 1920 eingeweiht.[3] Es bestand aus zwei gesockelten Pfeilern, zwischen denen eine Steintafel mit den Namen und Lebensdaten der zu Ehrenden platziert war. Die Pfeiler trugen die lebensgroße Figur eines ruhenden Löwen.[4]
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden beiderseits des Mittelteils mit der Löwenskulptur zwei durch Sondershausens Schwiegersohn Moritz Gautsch gefertigte[1] mit Eichenlaub bekrönte Steinblöcke mit den Namen von Gefallenen des Ortes im Zweiten Weltkrieg aufgestellt.[4]
Die Inschriften am Mittelteil nennen 24 im Ersten Weltkrieg Gefallene oder Vermisste. Die an den beiden Seiten ergänzten Blöcke tragen die Namen und Lebensdaten von 92 im Zweiten Weltkrieg Gefallenen oder Vermissten.[5]
Standort
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das nach Osten ausgerichtete Denkmal[6] steht von Bäumen umgeben auf einer eingefriedeten Grünfläche an der Einmündung zweier Landesstraßen,[4] der L 390 und der L401. Die nördlich am Denkmal stehende Stiel-Eiche ist ein Naturdenkmal. Wegen seiner schattigen Lage erhält das Denkmal nur morgens Sonne und es kommt zu Moos- und Algenbewuchs. Auch Luftschadstoffe der nahen Hauptverkehrsstraßen führten zur Verschmutzung der Steine. Dies erforderte wiederholt Reinigungs- und Restaurierungsarbeiten.[6]
Löwenskulptur
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Das ebenfalls von Sondershausen geschaffene,[7] 1926 in Jemgum eingeweihte Kriegerdenkmal[8] und auch sein Gefallenendenkmal in Pohle[9] zeigen ebenfalls ruhende Löwenskulpturen. Die Denkmale sind jedoch durch die Größe und Gestaltung der Sockel unterschieden.
Der Steinmetz soll als Vorbild seiner Skulptur stets das Monument des Löwen von Aspern genannt haben. Die Details der Körperhaltung erinnern jedoch eher an das Löwendenkmal Luzern.[10]
Denkmalschutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Motiv eines ruhenden oder sterbenden Löwen geht auf antike Vorbilder zurück. Es wurde häufig für Kriegs- oder Grabdenkmale verwendet, ist jedoch innerhalb der Region bei Gefallenendenkmalen ungewöhnlich. Aufgrund des geschichtlichen Zeugnis- und Schauwertes sowie der straßenbildprägenden städtebaulichen Bedeutung besteht ein öffentliches Interesse an der Erhaltung des Levester Gefallenendenkmals.[4]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alte Postkartenfotos aus Jemgum, Bild 3/12: Kriegerdenkmal
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Peter Kühlechner: Der Levester Löwe. Stadt Gehrden, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Leveste, Kriegerdenkmal, Stiel-Eiche in: Naturhistorische Gesellschaft zu Hannover (Hrsg.): Der Deister. Natur. Mensch. Geschichte. Zu Klampen, Springe 2017, ISBN 978-3-86674-545-2, S. 318.
- ↑ Geschichte des Dorfes Leveste. Stadt Gehrden, abgerufen am 18. August 2026.
- 1 2 3 4 Gefallenendenkmal Leveste. In: Denkmalatlas Niedersachsen. Abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ anonym: Leveste, Stadt Gehrden, Region Hannover, Niedersachsen. denkmalprojekt.org, Mai 2012, abgerufen am 17. August 2026.
- 1 2 Peter Kühlechner: Restaurierung 1997. Stadt Gehrden, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Peter Kühlechner: Der Löwe von Jemgum. Stadt Gehrden, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Gerhard Kronsweide: Der Jemgumer Löwe. (PDF; 3,56 MB) In: dit un dat, Nr. 35. Heimat- und Kulturverein Jemgum, Dezember 1999, S. 43–47, abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ Gefallenendenkmal. In: Denkmalatlas Niedersachsen. Abgerufen am 17. August 2026.
- ↑ paa: Das Jahr 1999: Ein Löwe hält Peter Kühlechner auf Trab. Stadt Gehrden, abgerufen am 17. August 2026.
Koordinaten: 52° 19′ 16,9″ N, 9° 33′ 6,2″ O
