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Kurt Heinrich (Ingenieur)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Kurt Heinrich (* 7. Juni 1904 in Aachen; † 23. September 1963 in Berlin) war ein deutscher Ingenieur, Verbandsfunktionär im Bereich Maschinenbau sowie Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Berlin (heute: Technische Universität Berlin).

Heinrich wurde 1904 in Aachen geboren und zog in seiner Kindheit nach Berlin. Dort besuchte er das Humboldt Gymnasium in Tegel, welches er 1923 mit dem Abitur verließ. Heinrich schrieb sich für das Fach Chemie an der Technischen Hochschule Berlin (TH Berlin) und wandte sich später schwerpunktmäßig dem Fach Maschinenbau zu. Heinrich wurde mit Beginn seines Studiums im Corps Baltia, dem heutigen Corps Silingia Breslau zu Köln, aktiv.[1]

Nach insgesamt zehn Semestern an der TH Berlin, einem Semester an der Universität Berlin und zwei Semestern an der Technischen Hochschule Dresden schloss Heinrich sein Studium als Maschinenbauingenieur (Dipl.-Ing.) ab. Er blieb als Assistent am Lehrstuhl für Apparatebau der chemischen Industrie und promovierte 1932 bei Hans Gehrig[2] und Alfred Heiduschka mit seiner Arbeit Der Export der deutschen chemischen Industrie nach Großbritannien zum Dr.-Ing.[3][4]

Heinrich trat 1935 der Vereinigung der Großkesselbesitzer (heute: VGB PowerTech) bei und wurde mit dreiunddreißig Jahren ihr geschäftsführender Direktor, welcher er bis 1948 war.[4][5]

Nach Kriegsende, ab 1948 war Heinrich für die Permutit AG tätig, dessen Vorstandsmitglied er wurde.[6][7] Im Jahr 1949 habilitierte sich Heinrich zum Thema Wasseraufbereitung mit anschließender Dozententätigkeit für Dampfkessel am Lehrstuhl für Wärmelehre und Dampfkraftanlagen (1949 bis 1956) sowie Wasseraufbereitung für Schiffskessel (1955–1956) an der TH Berlin. Zusätzlich wurde Heinrich 1952 in den Aufsichtsrat der Meteor Ventilatoren AG berufen, dem er bis zu seinem Tod 1963 angehörte.[8] Außerdem war Heinrich Schriftführer im Verein für Wasser-, Boden- und Lufthygiene.

Heinrich wurde 1956 zum außerplanmäßigen Professor am Lehrstuhl für Dampfkraftmaschinen ernannt.[4][9] Er verstarb 1963 an einem Herzschlag. Sein Grab befindet sich auf dem Zehlendorfer Waldfriedhof in Berlin.

Heinrichs Forschungsschwerpunkte lagen in den Themengebieten der Wasseraufbereitung und der Dampfkessel. Er publizierte nationale und internationale Fachaufsätze und hielt Gastvorträge an Hochschulen im Ausland (u. a. Göteborg, Stockholm und Helsinki).[10] Heinrich war ein geschätzter Fachmann, der „über die Grenzen Deutschlands“ hinaus Bekanntheit erlangte.[4] Im Folgenden sind einige wissenschaftliche Arbeiten Heinrichs zusammengestellt, die Eingang in die deutsche, schwedische und amerikanische Fachliteratur fanden, absteigend sortiert nach Veröffentlichungsdatum:

  • 1963: mit J. Ziegfeld: Neuzeitliche Filtertechnik für Flüssigkeiten. Glückauf, 99(15), 782–790.
  • 1962: Wasseraufbereitung in Brauereien. Tageszeitung für Brauerei, Nr. 73/74.
  • 1960: mit W. Busse Die Anwendung des Ionenaustausches bei der Oberflächenbehandlung von Metallen. Galvanotechnik, 51(2).
  • 1960: Das Immedium-Filter – eine neuartige Filtertechnik. Chemie-Ingenieur-Technik. 32(11), 734–739.[11]
  • 1960: Ionenaustauscher in der modernen Verfahrenstechnik, Teil 1 und 2. Zeitschrift des VDI (Sonderdruck), 102(22), 1061–1067 und 1103–1109.
  • 1950: Die neuere Entwicklung der Ionenaustauscher. Wasser (Sonderdruck), 18, 360–379.
  • 1949: Entwicklungstendenzen im Bau und Betrieb von Dampferzeugern. Brennstoff-Wärme-Kraft, 1(3). 61–70.
  • 1949: Hochdruckdampferzeugung in Deutschland. Zeitschrift des VDI, 91(21), 533–540.
  • 1949: Entwicklungslinien im Kessel- und Feuerungsbau. Mitteilung Nr. 5 der VGB, Verlag Stahleisen, Düsseldorf.
  • 1948: Erfahrungen mit dem Bau und Betrieb von Schmelzkammerkesseln. Mitteilungen der VGB, Heft 1.
  • 1938: Betrieb von Hochdruckkesseln. Mitteilungen der VGB.
  • 1933: Strahlungskessel mit kombinierter Kohlenstaub-Holzfeuerung. Archiv für Wärmewirtschaft, 17, 29–33.
  • Gerhard Oestreich (Hrsg.) (1954): Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender: Lexikon der lebenden deutschsprachigen Wissenschaftler. 8. Ausgabe. Walter de Gruyter, Berlin. S. 857.
  • Hermann August Ludwig Degener, Walter Habel (1962): Wer ist wer?. Schmidt Römhild. S. 552.
  • Horst Kliemann (1964): Who's who in Germany. Band 3, Teil 1. R. Oldenbourg Verlag. S. 673.
  • Waltraud Voss, Anja Musiol (2014): Biographisches Lexikon der frühen Promovenden der TU Dresden (1900–1945). Universitätsarchiv der TU Dresden. Hochschulverlag Merseburg, Merseburg. Band 1, ISBN 978-3-948058-08-1.

Einzelnachweise

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  1. Erwin Willmann (Hrsg.): Verzeichnis der Alten Rudolstädter Corpsstudenten. (AH Liste des RSC), Ausgabe 1928, S. 305.
  2. Hans Gehrig war zu Beginn der 1930er Jahre an der TH Dresden Nationalökonom und erster Leiter der neu gegründeten „Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft“. (Broschüre zur Geschichte der Wirtschaftswissensschaftlichen Fakultät der TH Dresden, S. 11.)
  3. Waltraud Voss: Biographisches Lexikon der frühen Promovenden der TU Dresden (1900–1945). 2014, S. 354 f.
  4. 1 2 3 4 Energie. Franzis-Verlag. 1956, S. 8.
  5. Archiv für Wärmewirtschaft und Dampfkesselwesen. 1937, S. 292.
  6. Brennstoff-Wärme-Kraft. Deutscher Ingenieur-Verlag. 1963, S. 12.
  7. Die Brauwelt, Ausgabe B. H. Carl. 1963, S. 1455.
  8. Catalogus Professorum - TU Berlin. Abgerufen am 20. Juli 2026.
  9. Amtsblatt für Berlin. Kultur-Buch-Verlag. 1956, S. 880.
  10. Eduard Johannes Ernst Baron von Vietinghoff-Scheel, Walter Roth, Hermann Stadlinger, Ernst Baum: Chemiker-Zeitung/Chemische Apparatur. A. Hüthig. 1957, S. 832.
  11. K. Heinrich: Das Immedium-Filter – eine neuartige Filtertechnik. In: Chemie Ingenieur Technik. Band 32, Nr. 11, 1960, ISSN 1522-2640, S. 734–739, doi:10.1002/cite.330321106 (wiley.com).