Hans-Heinrich Herlemann
Hans-Heinrich Herlemann (* 5. Oktober 1908 in Lubahn, Kreis Berent, Westpreußen; † 27. Mai 2004 in München) war ein deutscher Agrarökonom und Agrarpolitikwissenschaftler an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Landwirtschaftlichen Hochschule Weihenstephan. Er befasste sich mit den Technisierungsstufen der Landwirtschaft und dem wirtschaftlichen Mineraldüngerverbrauch.[1]
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herlemann ist auf dem väterlichen Rittergut von 600 ha Größe geboren und aufgewachsen, studierte nach der Reifeprüfung an der Universität Halle Landwirtschaft, absolvierte seinen Militärdienst in der polnischen Armee, setzte danach das Studium in Bonn und München fort, promovierte 1935 an der TH Danzig zum Dr. rer. techn. und war danach bis 1939 Assistent am Institut für landw. Betriebslehre und Agrarpolitik bei Georg Blohm, wo er 1939 auch habilitierte.
Von 1940 bis 1943 war Herlemann Abteilungsleiter für Betriebs- und Volkswirtschaft bei der Landesbauernschaft Danzig Westpreußen. Auf seine Veranlassung hin kam es hier zur Gründung einer landwirtschaftlichen Buchstelle. Im Jahre 1943 wurde er zum Militärdienst einberufen, erst 1947 kehrte er aus der Gefangenschaft zurück.
Herlemann war von 1948 bis 1954 wissenschaftlicher Dezernent am Institut für Weltwirtschaft in Kiel und führte nebenbei einen Lehrauftrag für Agrarpolitik an der landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Kiel aus, wurde dort 1951 apl. und 1954 ordentlicher Professor für Agrarpolitik und Marktlehre.
Im Jahr 1960 nahm er den Ruf nach München-Weihenstephan an und blieb bis zur Emeritierung 1976.[2]
Herlemann befasste sich in Danzig vor allem mit der statistischen Erfassung der natürlichen und ökonomischen Verhältnisse Westpreußens, in Kiel mit den Technisierungsstufen der Landwirtschaft, dem Mineraldüngerverbrauch und der Brandweinwirtschaft, wobei es ihm auch um die Weiterentwicklung der Theorien von J. H. v. Thünen und Th. Brinkmann ging.
Bis zu seinem 65. Lebensjahr legte er mindestens 45 wissenschaftliche Arbeiten vor, darunter das Lehrbuch Grundlagen der Agrarpolitik (1961). Unter seiner Anleitung entstanden etwa 50 Dissertations- und mehrere Habilitationsschriften.
Ehrungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herlemann war Mitglied und wurde im Jahr 1987 zum Ehrenmitglied der Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus ernannt.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Hohenheimer Lexikon der Agrarbiografien / "Gerbers Biographisches Lexikon der Agrarwissenschaften", Hohenheim, 2025., S. 295
- ↑ Am 27. Mai 2004 starb im Alter von 95 Jahren Prof. Hans-Heinrich Herlemann, emeritierter Ordinarius für Agrarpolitik
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Herlemann, Hans-Heinrich |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Agrarwissenschaftler und Agrarökonom |
| GEBURTSDATUM | 5. Oktober 1908 |
| GEBURTSORT | Lubahn, Kreis Berent, Westpreußen |
| STERBEDATUM | 27. Mai 2004 |
| STERBEORT | München |
