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Geplante Medienplattform So zockt Trump die Bürger ab

Der frühere US-Präsident sammelt über ein Börsenkonstrukt riesige Summen ein – aber dass er ein profitables Social-Media-Netzwerk aufbauen kann, ist wenig wahrscheinlich. Am Ende könnte das Vorhaben vor allem ihn bereichern.
Von Ines Zöttl, Washington
Ex-Präsident Donald Trump: Gewohnte Großspurigkeit
Ex-Präsident Donald Trump: Gewohnte Großspurigkeit

Ex-Präsident Donald Trump: Gewohnte Großspurigkeit

Foto: Drew Angerer / Getty Images

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Die SMS verbreitet Alarmstimmung: »Ich frage Dich demütig ein letztes Mal, Ines«, drängt der Absender: »Wirst Du Präs Trump auf seiner neuen sozialen Website folgen? Das ist Deine letzte Chance, es ihm zu sagen.«

Der Link führt auf eine Seite, auf der die Zeit rasend schnell rückwärts läuft: Fünf Minuten, vier, gleich ist die Chance vertan. Ich muss mich entscheiden: Will ich 35, 50, 100, 250, 500, 1000 oder 5000 Dollar spenden? Oder einen höheren Betrag nach Wahl?

»TRUTH Social«, die bombastisch angekündigte neue Social-Media-Plattform, ist für Trump-Fans bislang nicht mehr als eine Fiktion. Für ihn selbst dagegen zahlt sich die Ankündigung schon aus, im wahrsten Sinne des Wortes: Der Ex-Präsident, der 2024 womöglich erneut antritt, sammelt nach einer Recherche der »Washington Post« pro Woche mehr als eine Million Dollar ein. Über SMS, E-Mails, Veranstaltungen und Anzeigen.

Imaginäre Gesellschaft in einer Hülle

Doch das Spendenaufkommen ist nur ein Teil der Wette aufs große Geld, bei der ein Gewinner schon feststeht: Trump. Ob aus »TRUTH Social« jemals ein profitables Unternehmen wird, ist höchst zweifelhaft. Beim Ex-Präsidenten aber dürfte die Kasse auf jeden Fall klingeln.

»TRUTH Social« soll unter dem Dach der eigens dafür gegründeten Trump Media & Technology Group (TMTG) entstehen. Die Gesellschaft will ihrerseits in eine Hülle schlüpfen, die mehr verbirgt, als sie preisgibt: ein sogenanntes SPAC. Solche Special Purpose Acquisition Companies haben während des Börsenbooms der vergangenen Jahre die Funktion von Raumfähren übernommen, die ambitionierte Start-ups in Lichtgeschwindigkeit ans Kursfirmament befördern. Das SPAC ohne eigenes Geschäft sammelt Anlegerkapital für Akquisitionen ein und begibt sich an die Börse. Mit dem Geld wird eine private Firma übernommen, die damit am Aktienmarkt notiert ist. Aus der Hülle wird ein Geschäft.

Start-ups wie dem von Trump verschafft der Umweg über die SPACS die Chance auf Geld vom Kapitalmarkt in einem Umfang, von dem sie sonst oft nur träumen könnten. Die Anleger investieren ihr Geld in pure Hoffnung: Sie müssen darauf vertrauen, dass die beteiligten Hedgefonds-Manager ein Unternehmen finden, dessen Geschäftsmodell Zukunft hat. Die Transparenzanforderungen sind vergleichsweise gering.

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