Krieg auf der Arabischen Halbinsel »Der Jemen, den wir kannten, ist Geschichte«
Zerstörung nach einem Luftangriff in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa Anfang Februar
Foto: Mohammed Hamoud / Getty ImagesSie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
SPIEGEL: 2015 begann Saudi-Arabien mit Luftangriffen auf die Huthi-Rebellen und glaubte an einen Sieg innerhalb weniger Wochen. Nach sechs Jahren Krieg im Jemen ist Riad in der Defensive, macht Friedensangebote, während die Huthis weiter Raketen über die Grenze feuern. War das Fiasko absehbar?
Muslimi: Ja. Die Luftangriffe haben die Huthis nicht niederringen können. Am Boden kann Saudi-Arabien sie militärisch nicht besiegen. Für sie ist es einfacher zu gewinnen, denn sie haben nichts zu verlieren. Sie sind hartnäckig und rücksichtslos. Ob Tausende umkommen, ist ihnen egal. Es gibt ein altes Sprichwort aus osmanischer Zeit: »Wem die Zeit nichts beigebracht hat, dem erteilt der Jemen eine Lektion.« Niemand hat den Jemen von außen je mit Waffen erobert. Mit Geld, Korruption funktioniert das eher. Vor dem Krieg war Saudi-Arabien im Jemen mächtiger als heute, denn damals besaßen sie etwas, was sonst niemand hatte: die Rolle des Vermittlers, dessen Gunst jede Seite im Jemen gewinnen wollte. Jeder wollte mit den Saudis tanzen.
