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Last-minute-Exekutionen vor Trumps Amtsübergabe Der Henker aus dem Weißen Haus

Immer mehr US-Amerikaner lehnen die Todesstrafe ab – doch Donald Trump verabschiedet sich mit einer Serie von Hinrichtungen aus dem Amt. Kritiker sprechen von einem Präsidenten im »Blutrausch«.
Von Marc Pitzke, New York
Donald Trump in den letzten Tagen seiner Amtszeit: So viele Urteile wie möglich vollstrecken, bevor Biden antritt
Donald Trump in den letzten Tagen seiner Amtszeit: So viele Urteile wie möglich vollstrecken, bevor Biden antritt

Donald Trump in den letzten Tagen seiner Amtszeit: So viele Urteile wie möglich vollstrecken, bevor Biden antritt

Foto: JIM WATSON / AFP

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Amerika versteckt seine staatlichen Hinrichtungen tief im Landesinneren. Die zentrale US-Todeskammer befindet sich im Mittleren Westen, am Rande eines Hochsicherheitsgefängnisses in Indiana. Die Landstraße, die zu dem flachen Klinkerbau führt, heißt Justice Road – Straße der Gerechtigkeit.

Dank eines Todesstrafen-Moratoriums blieb der grün gekachelte Raum im United States Penitentiary Terre Haute  17 Jahre lang ungenutzt. Erst unter Donald Trump ist er wieder zum Einsatz gekommen – und zuletzt häufiger als je zuvor . »November und Dezember«, freute sich ein Aufseher nach Informationen des TV-Lokalsenders Fox59, »werden hoffentlich sehr betriebsam.«

Obwohl immer mehr Amerikaner die Todesstrafe ablehnen , nahm die Trump-Regierung Hinrichtungen auf Bundesebene im Sommer wieder auf . In den fünf Monaten seither wurden zehn Delinquenten exekutiert . Das sind so viele wie in den vorherigen sieben Jahrzehnten zusammen.

Im »Hinrichtungswahn«: Trump und Ex-Justizminister Bill Barr

Im »Hinrichtungswahn«: Trump und Ex-Justizminister Bill Barr

Foto: Carlos Barria / REUTERS

Exekutionen auf Bundesebene waren selten, auch vor dem Moratorium. Die meisten Verfahren, die zu Todesstrafen führen, sind Sache der einzelnen Staaten, nur in besonderen Fällen greift das US-Justizministerium ein. Unter Trump hat sich das geändert: Er hat die ausstehenden Vollstreckungen sogar noch beschleunigt.

Allein in den Wochen seit der Wahlniederlage fanden vier Hinrichtungen statt. Es war das erste Mal seit 1889 , dass ein Präsident die Phase des Machtwechsels zwischen der Wahl und der Amtseinführung des Nachfolgers derart nutzt. Es scheint, als wolle Trump so viele Urteile wie möglich vollstrecken, bevor Joe Biden, ein Gegner der Todesstrafe, antritt.

»Grausam und unmenschlich«

Es seien »moderne Lynchmorde«, empörten sich  der Theologe James Keenan und der Menschenrechtsanwalt William Montross in der Zeitung »National Catholic Reporter«: Der Nochpräsident sei im »Blutrausch«. Selbst die EU verurteilte  die Hinrichtungswelle als »grausam und unmenschlich«.

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