close
Zum Inhalt springen

Gesetz zur »Dekolonisierung« von Ortsnamen Warum die Ukrainer Alexander Puschkin vom Sockel holen

Seit Kriegsbeginn bauen Ukrainer russische Denkmäler ab und benennen Straßen um. Nun verbietet Kiew Symbole des russischen Imperialismus per Gesetz. Das gefällt nicht allen, aber zerstreiten wollen sich die Ukrainer deshalb nicht.
Abmontiertes Puschkin-Denkmal in der Ukraine: »Sie haben keine Kultur mehr«
Abmontiertes Puschkin-Denkmal in der Ukraine: »Sie haben keine Kultur mehr«

Abmontiertes Puschkin-Denkmal in der Ukraine: »Sie haben keine Kultur mehr«

Foto: Mykola Myakshykov / NurPhoto / IMAGO

Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.

Als Russland die Ukraine überfiel, rollten die Panzer zuerst in die Oblast Tschernihiw im Norden ein. Wochenlang belagerte Moskaus Militär die uralte Regionshauptstadt und terrorisierte die Bevölkerung mit Raketenangriffen. Beim Bombardement einer Wohnanlage starben 47 Menschen. In einer Warteschlange vor einem Lebensmittelladen wurden 17 Menschen von einer Rakete zerrissen. Nachdem die ukrainischen Streitkräfte die Russen vertrieben hatten, machten sich Soldaten und Aktivisten auf ins Zentrum der Stadt und bauten dort eine Bronzebüste des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin ab. Was die Russen täten sei Barbarei, sagte Serhii Lajewsky, der Direktor des historischen Regionalmuseums von Tschernihiw, damals. »Sie haben keine Kultur mehr.«

Die Puschkin-Büste war im Jahr 1900 aufgestellt worden, als Tschernihiw zum Russischen Zarenreich gehörte. Die Männer, die Puschkin abholten, zerschlugen oder beschädigten das Denkmal nicht. Sie montierten den Literatenkopf ab und stellten ihn in den Hinterhof von Lajewskys Museum neben die Büsten ausrangierter Sowjetgrößen. Der Museumsdirektor sagte Journalisten, Puschkin sei ein Kennzeichen dessen, was die Moskauer als »große russische Kultur« bezeichneten und gehöre deshalb nicht ins Stadtzentrum. Lajewsky wünschte sich an seiner Stelle ein Denkmal für die Fürsten von Tschernihiw.

Diesen Artikel weiterlesen mit SPIEGEL+

Sie haben bereits ein Digital-Abo? Zum Login

SPIEGEL plus Nur für Neukunden
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
Jederzeit kündigen
SPIEGEL plus 52 Wochen 25 % sparen
Freier Zugriff auf alle S+-Artikel auf SPIEGEL.de und in der App
Wöchentlich die digitale Ausgabe des SPIEGEL inkl. E-Paper (PDF), Digital-Archiv und S+-Newsletter
52 Wochen rabattierte Laufzeit

Sie haben bereits ein Print-Abo? Hier rabattiert Digital-Zugang bestellen

Jetzt Artikel freischalten:

Sie haben bereits ein Digital-Abo?

SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar
SPIEGEL plus
Zugang zu allen Artikeln in der App und auf SPIEGEL.de
Wöchentliche Ausgabe des SPIEGEL als E-Paper
Jederzeit kündbar

SPIEGEL+ wird über Ihren iTunes-Account abgewickelt und mit Kaufbestätigung bezahlt. 24 Stunden vor Ablauf verlängert sich das Abo automatisch um einen Monat zum Preis von zurzeit ¤ ein Jahr zum Preis von zurzeit ¤. In den Einstellungen Ihres iTunes-Accounts können Sie das Abo jederzeit kündigen. Um SPIEGEL+ außerhalb dieser App zu nutzen, müssen Sie das Abo direkt nach dem Kauf mit einem SPIEGEL-ID-Konto verknüpfen. Mit dem Kauf akzeptieren Sie unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärung.