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Kritik an Trump und Vance Kamala Harris wirft Republikanern Lügen über Migranten in Ohio vor

Hartnäckig verbreitet das konservative Lager Unsinn über Haitianer, die Haustiere verspeisen – das sorgt in Ohio für Bombendrohungen. Kamala Harris wird nun deutlich in Richtung der politischen Konkurrenz.
Kamala Harris am Flughafen von Philadelphia
Kamala Harris am Flughafen von Philadelphia

Kamala Harris am Flughafen von Philadelphia

Foto: Piroschka Van De Wouw / REUTERS

Seit dem TV-Duell gegen Kamala Harris – das für ihn alles andere als positiv verlief – verbreitet Donald Trump zusammen mit anderen führenden Republikanern munter Lügen über Einwanderer aus Haiti. Die rassistischen Attacken sollen wohl in erster Linie von Trumps schwacher Debattenleistung  ablenken. In Springfield (Bundesstaat Ohio), der Stadt im Fokus, gibt es inzwischen allerdings regelmäßig Bombendrohungen.

Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Harris hat die republikanische Gegenseite für deren Attacken gegen Einwanderer nun scharf kritisiert. Wer ein Mikrofon vor sich habe, sollte verstehen, welche Bedeutung die eigenen Worte haben, sagte Harris bei einer Veranstaltung in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania.

Zuvor hatten der republikanische Präsidentschaftskandidat Trump und sein Vize J.D. Vance den in Springfield lebenden Migranten unterstellt, sie würden Haustiere der Anwohner essen. Die dortigen Behörden betonen seit Tagen, es gebe keine Hinweise auf solche Fälle.

Springfield zählt rund 58.000 Einwohnerinnen und Einwohner, darunter auch viele Menschen aus dem Karibikstaat Haiti. Die Stadt befindet sich aktuell im Ausnahmezustand. Seit vergangener Woche sind Dutzende Bombendrohungen bei öffentlichen Gebäuden und Schulen eingegangen, die Polizei verstärkte ihre Präsenz. Mehrere Gebäude, darunter Grundschulen, mussten evakuiert werden. Laut dem Sender CNN wurde der Polizei die Präsenz der rechtsextremen »Proud Boys« gemeldet.

Harris erinnert an frühere Attacken

»Es ist beschämend, was diesen Familien und Kindern in dieser Gemeinde widerfährt«, sagte Harris über die Situation. Es gebe ernsthafte Drohungen gegen Menschen, die ein »gutes, produktives Leben« führten. Trump und Vance warf sie vor, Lügen auf Basis »uralter Stereotype« zu verbreiten. »Das ist nichts Neues«, sagte die Vizepräsidentin und erinnerte unter anderem an Trumps Verschwörungstheorie, dass Barack Obama, der erste schwarze US-Präsident, nicht in den Vereinigten Staaten geboren sei. Obama stammt aus dem Bundesstaat Hawaii.

DER SPIEGEL

»Man kann jemanden nicht anvertrauen, sich hinter das Siegel des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zu stellen, der sich an dieser hasserfüllten Rhetorik beteiligt, die darauf abzielt, uns als Land zu spalten«, sagte Harris. Am 5. November treten sie und Trump bei der Präsidentschaftswahl gegeneinander an – Umfragen prognostizieren ein knappes Rennen.

Trump hatte die erfundene Geschichte von den angeblich verspeisten Haustieren während des TV-Duells mit Harris weiterverbreitet. Dabei sahen in der vergangenen Woche fast 70 Millionen Menschen am Fernseher zu. J.D. Vance räumte zuletzt in einem CNN-Interview scheinbar ein , dass die Geschichte erfunden ist. Trotzdem wird sie in konservativen Kreisen unvermindert weiterverbreitet.

jok/dpa