Sie können den Artikel leider nicht mehr aufrufen. Der Link, der Ihnen geschickt wurde, ist entweder älter als 30 Tage oder der Artikel wurde bereits 10 Mal geöffnet.
Vielleicht sollte man Donald Trump einfach beim Wort nehmen. Anfang Dezember wurde der ehemalige Präsident gefragt, ob er die USA nach einer Wiederwahl in eine Diktatur verwandeln würde. »Versprechen Sie heute Abend Amerika, dass Sie Ihre Macht nicht missbrauchen und Vergeltung üben werden?«, wollte der Fox-News-Moderator Sean Hannity wissen. Trump sagte nicht Ja und nicht Nein. Sondern sein Finger schnellte in die Höhe, und er rief unter dem Gelächter des Publikums. »Außer am ersten Tag!«
Diktator für einen Tag? Man kann das für eine launige Bemerkung halten; für den Witz eines Mannes, dessen Worte man besser nicht allzu ernst nimmt. Nur sollte man Trump dann am genauesten zuhören, wenn er vorgibt zu scherzen. Vor der Wahl im November 2016 – damals hieß seine Gegnerin noch Hillary Clinton – sagte er: »Ich werde das Ergebnis dieser großartigen und historischen Wahl vollkommen akzeptieren – wenn ich gewinne.« Damals fanden das viele komisch.
Wenn Trump gewinnt
Die Vorbereitungen für eine zweite Amtszeit von Donald Trump laufen – rechte Denkfabriken entwickeln ein Programm, das auf ein Ende des westlichen Bündnissystems abzielt. Innenpolitisch sinnt der Ex-Präsident auf Rache an seinen Gegnern. Und die deutsche Regierung wirkt wie gelähmt.
Lesen Sie unsere Titelgeschichte, weitere Hintergründe und Analysen im digitalen SPIEGEL.
Vier Jahre später ermunterte er einen Mob, das Kapitol zu stürmen, nachdem Joe Biden ihn geschlagen hatte.
Trump ist ein Lügner und Trickser, aber man kann ihm nicht vorwerfen, dass er seine Ziele verheimlichen würde. Er hat sich in seiner ersten Amtszeit – wie angekündigt – aus dem Pariser Klimaabkommen verabschiedet und ist aus dem Atomdeal mit Iran ausgestiegen. Er hat Strafzölle gegen Europa und China verhängt und konnte nur mit Mühe davon abgehalten werden, aus der Nato auszutreten, die er vor dem Einzug ins Weiße Haus als »obsolet« bezeichnet hatte. Wenn er seine Pläne nicht umsetzen konnte, dann lag das meistens daran, dass sein Kabinett oder Leute in der Regierung das Schlimmste verhinderten. Das soll in einer zweiten Amtszeit nicht mehr passieren.
