Lüge über tote Haustiere Haitianer in Springfield reichen Klage gegen Donald Trump ein
Donald Trump (am 24. September)
Foto: Erik S. Lesser / EPAEs war einer der prägenden Momente des TV-Duells zwischen Donald Trump und Kamala Harris in diesem Monat. Ohne Zusammenhang und unvermittelt ließ sich Trump über Einwanderer aus Haiti aus, die in der Stadt Springfield (Bundesstaat Ohio) angeblich Haustiere verspeisen würden. Diese rassistische Behauptung entbehrt auch zwei Wochen später jeder Grundlage – und könnte ein rechtliches Nachspiel haben.
Eine Gruppe von Einwanderern aus dem Karibikstaat hat nun in Ohio eine sogenannte bürgerliche Klage (citizen criminal charges) vorgebracht. Dazu sah sich die Haitian Bridge Alliance nach Angaben ihrer Anwältin genötigt, weil die Strafbehörden selbst keine Maßnahmen gegen die Verunglimpfung einer ganzen Gruppe ergreifen würden.
Dieser Schritt ist eher ungewöhnlich, hat aber durchaus Präzedenzfälle. Per Gesetz muss es eine Anhörung geben, bevor sich die Behörden weiter mit dem Fall befassen können. Einen Termin für eine derartige Anhörung gibt es bisher nicht.
»Die Tatsache, dass sie die Behauptung immer weiter verbreiten, lässt Vorsatz vermuten. Erst recht, da der Bürgermeister und der Gouverneur beteuert haben, dass an den Geschichten nichts dran ist«, erklärte Anwältin Subodh Chandra.
Auch Trumps Vize J.D. Vance behauptet immer wieder, die in Springfield lebenden Migranten würden Haustiere der Anwohner essen. Die dortigen Behörden betonen seit Wochen, es gebe keine Hinweise auf solche Fälle.
Ex-Präsident kündigt Besuch in Springfield an
Springfield zählt rund 58.000 Einwohnerinnen und Einwohner, darunter auch viele Menschen aus dem Karibikstaat Haiti. Die Stadt befindet sich aktuell im Ausnahmezustand. Seit vergangener Woche sind Dutzende Bombendrohungen bei öffentlichen Gebäuden und Schulen eingegangen, die Polizei verstärkte ihre Präsenz. Mehrere Gebäude, darunter Grundschulen, mussten evakuiert werden.
Trump selbst hatte zuletzt einen Besuch in der Stadt angekündigt. Er werde Springfield »in den nächsten zwei Wochen« besuchen, sagte Trump vergangenen Mittwoch bei einem Wahlkampfauftritt auf Long Island im Bundesstaat New York, bei dem er erneut scharf gegen Migranten wetterte. Dabei hatten die Behörden vor Ort von einem solchen Besuch mit Blick auf die nötigen Sicherheitsvorkehrungen dringend abgeraten.
