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Nach Trudeau-Rückzug Trump bringt erneut Fusion von USA und Kanada ins Spiel

Kanadas Premier Trudeau wird nach seiner Rücktrittsankündigung von der scheidenden US-Regierung mit herzlichen Worten gewürdigt. Der designierte US-Präsident Trump nutzte den Anlass dagegen für eine erneute Provokation.
Kanadas Premier Justin Trudeau (r.) mit dem US-Präsidenten Donald Trump während dessen erster Amtszeit 2019
Kanadas Premier Justin Trudeau (r.) mit dem US-Präsidenten Donald Trump während dessen erster Amtszeit 2019

Kanadas Premier Justin Trudeau (r.) mit dem US-Präsidenten Donald Trump während dessen erster Amtszeit 2019

Foto: Frank Augstein / AP

Mehr als neun Jahre lang war Justin Trudeau Premierminister von Kanada. Am Montag kündigte er seinen Rücktritt an. Donald Trump hatte Trudeau immer wieder spöttisch als »Gouverneur« bezeichnet, also indirekt als Regierungschef lediglich eines US-Bundesstaates statt eines souveränen Nachbarlandes. Nun hat Trump die Rücktrittsankündigung von Trudeau genutzt, um eine Fusion von Kanada mit den USA anzuregen. Einen ähnlichen Vorschlag hatte der künftige US-Präsident schon früher unterbreitet.

»Wenn Kanada mit den USA fusionieren würde, gäbe es keine Zölle, die Steuern würden deutlich sinken und sie wären vollständig sicher vor der Bedrohung durch russische und chinesische Schiffe, die sie ständig umgeben«, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. »Zusammen – was wäre das für eine großartige Nation«, fügte er hinzu.

Der 53-jährige Trudeau hatte erst wenige Stunden zuvor seinen Rücktritt angekündigt. Trudeau galt einst als politischer Hoffnungsträger Kanadas, seine Beliebtheitswerte waren in den vergangenen Monaten aber rapide abgesackt. Er wurde nicht nur für die hohe Inflation im Land verantwortlich gemacht, sondern auch für eine Krise am Wohnungsmarkt und bei den öffentlichen Dienstleistungen.

Kanada, Grönland, Panama

Trump hatte Ende November angekündigt, die Importe aus Kanada mit einem Zollsatz von 25 Prozent zu belegen. Nach einem Treffen mit Trudeau in seinem Privatanwesen in Florida spottete der Rechtspopulist, er habe mit einem »Gouverneur« gemeinsam zu Abend gegessen. Der Sender Fox News berichtete, Trump habe dem kanadischen Regierungschef gesagt, sein Land solle 51. US-Bundesstaat werden, wenn es die erhöhten Zölle nicht verkraften könne.

Trumps Expansionspläne reichen noch weiter: Wie schon in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) erklärte er, er wolle die zu Dänemark gehörende Insel Grönland kaufen. Auch drohte er damit, den Panamakanal wieder unter die Kontrolle der USA zu bringen. Lesen Sie hier mehr darüber.

Aus dem Weißen Haus gab es indes freundlichere Worte. Trudeau sei ein »standhafter Freund« der USA gewesen, sagte eine Sprecherin der noch von Joe Biden geführten US-Regierung. Man habe stets eng mit ihm zusammengearbeitet.

mrc/dpa/AFP