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Friedhof in Brasilien :
Schutzmasken saugen die Tränen auf

Von
,
São Paulo
Lesezeit:
Arbeit wie am Fließband: Die Totengräber von Vila Formosa heben ein Grab nach dem anderen aus, versenken Särge und werfen gleich wieder Erde darauf.

Auf dem größten Friedhof Lateinamerikas werden die Corona-Toten im Zehn-Minuten-Takt beerdigt. Die Stimmung in Brasilien kippt. Die Verunsicherung schlägt in Angst um.

Männer in weißen Schutzanzügen hieven einen Sarg vom Wagen und tragen ihn zu dem frisch ausgehobenen Grab. Nur wenige Angehörige sehen zu, wie er rasch in der rötlichen Erde versenkt wird. Die Männer tragen Kränze herbei. Die Sicherheitsprotokolle erlauben keine Grabrede und kein stilles Verharren zum Abschied. Zehn Minuten dauert die Prozedur, dann müssen die Angehörigen gehen. Die Schutzmasken haben ihre Tränen aufgesaugt, nicht aber ihren Schmerz. Aus ihren Augen spricht Trauer, Entsetzen und Resignation.

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