Die Halligen Nordfrieslands
Die Geschichte einer besonderen Inselform
Einleitung: Worüber sprechen
wir?
• Geografischer Standort
Die heute noch erhaltenen zehn Halligen liegen im südlichen
Teil des Nordfriesischen Wattenmeeres rund um die Marscheninseln
Pellworm und Nordstrand.
Die Inselstruktur der Halligen gilt weltweit als einmalig!
• Begriffsbestimmung
Der Begriff „Hallig“ wird in Quellen und Literatur in
zwei Bedeutungen verwendet:
„Hallig“ ist zum einen das hoch gelegene Vorland vor
den Deichen des Festlandes oder von
eingedeichten Marscheninseln.
Es wächst so lange auf, bis es deichreif ist, also eine Eindeichung
wirtschaftlich sinnvoll
erscheint.
Diese Begriffsanwendung erscheint mir die weniger spezifizierte
und damit ältere zu sein!
Außerdem bezeichnet man mit dem Begriff „Hallig“
eine kleine Marschinsel, die aber nicht
eingedeicht wurde.
Sie wird bei Sturmfluten regelmäßig überflutet.
Dabei setzt sich Schlick ab. Die Hallig
wächst also mit steigendem Meeresspiegel synchron von selbst
auf.
Der Bewuchs beider Arten von „Hallig“ ist der häufigen
Überflutung angepasst.
• Besonderheiten
Die immer wieder kehrenden Überflutungen führen zu besonderen
Lebensformen bei Natur
und Mensch.
Landwirtschaft beschränkt sich auf Beweidung der Salzwiesen,
Ackerbau ist unmöglich.
Der Mensch siedelt auf Warften, seine Gärten und die Trinkwasserversorgung
müssen
ebenfalls geschützt werden.
Hauptteil A: Geschichte einer dynamischen Landschaft
• Kürze des Entwicklungszeitraums, Eingrenzung
Die Dynamik des nordfriesischen Wattenmeerraumes erklärt sich
aus seiner Entwicklung in den letzten beiden Eiszeiten und den nachfolgenden
Warmzeiten. Eis und Wasser gestalteten zwei übereinander liegende
Landschaften, die sehr kleinräumig strukturiert sind. Die Materialien
reichen von Steinen, Kies und Sanden der Grund- und Endmoränen
bis zu feinkörnigen Tonen und Schlicken.
• Entstehung der „Unteren Landschaft“
Die Eiszeiten
In der vorletzten, der Saale-Eiszeit (240.000 bis 180.00 v.u.Z.)
war das Gebiet von Gletschern überdeckt, die ihre Moränen
im Bereich Sylts, Amrums, Föhrs und der Außensände
absetzten.
Die Weichsel-Eiszeit (120.000 bis 10.000 v.u.Z.) reichte bis zur
heutigen A 7, entließ aber ihre Schmelzwässer in die
Niederung der heutigen Nordsee.
Diese Schmelzwässer bildeten Urstromtäler und verformten
die Moränen zu einer Hügellandschaft mit 70m Höhenunterschied.
• Entstehung der „Oberen Landschaft“
Das Meer und das Ufer
Nach der letzten Eiszeit stieg die Nordsee ständig an. Die
Täler der „unteren Landschaft schlickten zu. Die Endmoränen
wurden zu langen Nehrungen ausgezogen, wenn das Meer sie erreichte.
• Zerbrechen der „Oberen Landschaft“
Entstehung der Inseln und Halligen
Bis etwa 1000 n. Chr. hatte sich im Raum der heutigen Halligen eine
weite sumpfige Niederung gebildet, die von Dünenketten im Westen
geschützt wurde. Durch die zahlreichen Bäche und Flüsse
waren ab 700 Menschen eingewandert und hatten sich auf deren Uferwällen
niedergelassen. Trinkwasser war vorhanden, es gab weite Bruchwälder
und hochgelegene Acker- und Weideflächen. Deich- und Warftenbau
waren unnötig.
Mit dem Meereseinbruch mussten die Überlebenstechniken völlig
neu gestaltet werden: Deich- und Warftenbau sowie Trinkwasserspeicherung
und Brennstoff aus Mist wurden entwickelt.
• Der Prozess kehrt sich um, Landsicherungen
Nach den verheerenden Sturmfluten des Mittelalters und der frühen
Neuzeit kehrte sich der Prozess der Landverluste ab 1650 um: Es
wurde mehr Land gewonnen als verloren ging. Allerdings wurden die
Inseln kleiner, das Festland erhielt einen breiten Gürtel Neulands.
Erst Mitte des 19. Jh. erkannte man die Bedeutung der Halligen für
den Schutz der Festlandsküste und schuf Steinkanten und Verbindungsdämme,
um weitere Verluste zu verhindern.
Heute leben die Halligbewohner auf ihren Warften mit Ringdeichen
und verfügen über Strom und Leitungswasser vom Festland.
Hauptteil B: Die Halligen im Einzelnen
• Erste Nennungen
Da die Halligen erst im Mittelalter entstanden sind, finden wir
nur vereinzelt Nennungen. Im Erdbuch Waldemars, Königs von
Dänemark, von dem wir eine Abschrift um 1300 besitzen, taucht
der Name „Aland“ auf, das wir als Oland identifizieren
können.
Zählt man alle Quellen zusammen, so kann man die Namen von
über 80 Halligen finden. Dabei ist zu bedenken, dass das Wort
„Hallig“ oft auch für Vorländer benutzt wurde.
Manche Standorte lassen sich nicht mehr ermitteln, andere Standorte
auf Karten haben keine Namensangaben. Die Zersplitterung durch das
Meer ließ laufend Inseln entstehen und vergehen.
• Vielzahl und Untergang
Zahlreiche Halligen sind in den Sturmfluten vergangener Jahrhunderte
untergegangen. Andere aber sind erhalten, sie wurden ans Festland
angedeicht oder wuchsen mit anderen Inseln zusammen. Der gesamte
Bereich Dagebüll ist so entstanden und verfügt über
eine spannende Geschichte der Landgewinnung.
Halligen schlicken auf und wachsen so mit steigendem Meeresspiegel.
Das benötigte Material kommt oft von ihren eigenen Kanten.
Dieser Prozess kann zum völligen Verschwinden führen.
• Übrig gebliebene Halligen, ihre Merkmale
Gröde
Fläche: 277 Hektar 17 Einwohner
6 Haushalte auf 2 Warften,
2 Vermietungsbetriebe
(Ferienwohnungen), 1 Kiosk. 4 landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe
(1x Schafzucht).
Grund- und Hauptschule, denkmalgeschützte Kirche
mit Altar von
1592, Anlegebrücke für Gastlieger.
Kleinste selbständige Gemeinde Deutschlands, gezeitenabhängige
Postschiffsverbindung, gemeinsame Landbewirtschaftungsform der Allmende,
größter zusammenhängender Halligfliederbestand an
der Westküste: Blütezeit im Juli und August.
Habel
Fläche: ca. 7
Hektar 1 Warft
Habel liegt östlich von Gröde in der Schutzzone 1 des
Nationalparks Wattenmeer. Sie darf nicht betreten werden.
Habel ist die kleinste Hallig. Sie wird vom Verein
Jordsand ganzjährig betreut.
Hamburger Hallig
Fläche: ca. 50 Hektar und ca. 550
Hektar Salzwiesen, 2 Warften,
1 Gaststätte
Die Hallig ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts mit
dem Festland durch einen Damm verbunden und wirkt heute wie eine
Halbinsel. Sie gehört zum Nationalpark Wattenmeer.
Seit 1932 wird die Hamburger Hallig als Vogelschutzgebiet
vom Naturschutzbund (NABU) betreut. Der Name Hamburger Hallig erinnert
an zwei Kaufleute aus Hamburg, die hier im 17. Jahrhundert einen
Koog eindeichten.
Im Sommer verwandeln Strandastern die natürlichen
Salzwiesen der Hamburger Hallig in ein blaues Blütenmeer. Von
und mit einer einzigen Strandaster leben rund 30 Arten von kleinen
und kleinsten Tieren.
Nordstrandischmoor
Fläche: 175 Hektar,
18 Einwohner,
5 Haushalte auf 4 Warften,
3 Vermietungsbetriebe,
1 Gaststätte,
3 Nebenerwerbslandwirte (Schafzucht)
Grund- und Hauptschule mit integriertem Kirchenraum,
Schiffsanlegestelle und Sielhafen.
Jüngste der Halligen und einzige mit festem Geburtsdatum
(12.10.1634), Glockenturm von 1984 zur Erinnerung an die große
Flut von 1634, Lorenbahnverbindung zum Beltringharder Koog, Denkmalgeschützter
Halligfriedhof mit Grabplatten aus Carraramarmor unterhalb der Amalienwarft,
40 bis 50 Überflutungen (Landunter) pro Jahr.
Südfall
Fläche: ca. 50 Hektar,
1 Warft
Südfall liegt westlich von Nordstrand im Nationalpark Wattenmeer
und darf im Rahmen genehmigter Führungen betreten werden.
Südfall wird vom Verein Jordsand betreut. Im Watt
bei Südfall lag Rungholt, ein sagenumwobener Ort, der im 14.
Jahrhundert unterging.
Küstenseeschwalben und viele andere Vögel
wissen die Ruhe und Abgeschiedenheit in den Salzwiesen auf Südfall
zu schätzen.
Süderoog
Fläche: ca. 60 Hektar,
1 Warft
Süderoog liegt südwestlich
von Pellworm in der Schutzzone 1 des Nationalparks
Wattenmeer und darf im Rahmen genehmigter Führungen betreten
werden.
Auf Süderoog leben zwei Personen. Sie sind die
einzigen ständigen Bewohner des Nationalparks. Von 1927 bis
1966 führten der Pädagoge Hermann Neutron Paulsen beziehungsweise
seine Frau hier ein Jugendheim als internationale Begegnungsstätte.
Süderoog ist ein wichtiger Lebensraum für
Vögel. Knutts, Alpenstrandläufer und Ringelgänse
rasten hier im Frühjahr und im Herbst in großen Scharen.
Norderoog
Fläche: ca. 9 Hektar,
keine Warft, 1 Pfahlbau
Norderoog liegt in der Schutzzone 1 des Nationalparks
Wattenmeer und darf im Rahmen genehmigter Führungen betreten
werden.
Norderoog ist seit 1909 Eigentum des Vereins Jordsand.
Im Sommer führen internationale Jugendgruppen Natur- und Uferschutzarbeiten
durch. Die Hallig wird ganzjährig von Vogelwärtern betreut.
Norderoog ist eines der wichtigsten Brutgebiete der
Brandseeschwalben in Mitteleuropa. Die Vögel brüten hier
auf engstem Raum in einer Kolonie: jedes Jahr bis zu 5000 Paare.
Hooge
Fläche: 574 Hektar
110 Einwohner im Winter,
160 im Sommer,
70 Haushalte auf 10 Warften
35 Vermietungsbetriebe, 9 Gaststätten, 2 heimatkundliche
Museen, 2 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe, 1 Fischereibetrieb
Grund- und Hauptschule, Schul- und Gemeindebücherei
mit regionalem Schwerpunkt, Kindergarten und Jugendtreff, Denkmalgeschützte
Kirche, Zukunftswerkstatt, Naturzentrum der Schutzstation Wattenmeer
e.V., Seminarräume, Seglerhafen.
Schiffs- und Fährverbindungen zum Festland (Schlüttsiel),
nach Langeneß, Amrum, Nordstrand und Sylt, Hohe Tagesbesucherfrequenz.
Langeneß
Fläche: 956 Hektar,
107 Einwohner,
58 Haushalte auf 16
Warften
204 Gästebetten und 1 Jugendfreizeitlager, 1 Ponyhof,
2 Gaststätten und 1 Café, 2 Heimatmuseen (Salzsiederausstellung),
2 landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe
Grund- und Hauptschule, denkmalgeschützte Kirche,
Infozentrum des Nationalparkamtes, Naturzentrum der Schutzstation
Wattenmeer e.V., Seminarräume, Sportboothafen.
Intensive gemeinschaftliche Pflege von Kultur und Brauchtum,
Fährverbindung nach Hooge, Amrum und zum Festland
(Schlüttsiel).
Oland
Fläche: 96 Hektar,
29 Einwohner,
14 Haushalte
auf einer Warft
10 Vermietungsbetriebe (60 Betten) 1Gastwirtschaft,
1 Kiosk, 1 landwirtschaftlicher Nebenerwerbsbetrieb (Schafzucht)
Grund- und Hauptschule, denkmalgeschützte Kirche,
Gemeindehaus für Einwohner und Gäste, Seglerhafen.
Älteste Hallig (erstmals 1231 erwähnt).
Lorenverbindung nach Dagebüll und Langeneß, ca. 100 ha
Landanwuchs im Osten der Hallig, einziges Reet gedecktes Leuchtfeuer
Europas.
• Sicherungsmaßnahmen im Einzelnen
Schon im 18. Jahrhundert stellte man die Bedeutung der Halligen
für den Küstenschutz fest und plante Halligsicherungsmaßnahmen,
die aber nicht umgesetzt wurden. 1894 begann man, Steinkanten zu
bauen, um so den Abbruch der Ränder zu reduzieren.
Der Bau von Sicherungsdämmen vom Festland oder zwischen den
Halligen schuf künstliche Wasserscheiden im Watt. Damit wurden
Ringströme unterbunden, die die Halligsockel abtrugen. Gleichzeitig
wurde mit dem Bau von Lahnungsfeldern an den Dämmen und um
die Halligen für Entstehung von schützendem Vorland gesorgt.
Hauptteil C: Leben auf den Halligen
• Aufwuchs und Warften
Eine Hallig wächst mit jeder Sturmflut auf, da ihre Pflanzendecke
die in den Wellen schwebenden Schlickteilchen einfängt. An
Abbruchkanten der Halligränder kann man die Schichtungen gut
erkennen.
Trotzdem bleibt die Oberfläche für die menschliche Wohnung
ungeeignet. Darum begann man vor Jahrhunderten, Warften zu bauen.
Diese Hügel sind nicht nur Fluchtburgen und Hausfundamente,
sie beherbergen auch die Regenwasserspeicherung in „Fethingen“
für das Vieh und „Sods“ für die Menschen.
• Wohnen
Die Beschränktheit der Warftoberfläche und der Wunsch,
alle Wirtschaftsbereiche unter einem Dach zu haben, führten
zu einem speziellen Grundriss. Die Wände aus dem teuren Backstein
waren oft dünn und trugen nicht. Dachraum und -stuhl waren
aufgeständert und dienten als Fluchtraum.
Die Einrichtung war knapp und funktionell. Eine Diele trennte Wohn-
und Stallteil. Vier Räume lagen um einen Schornstein, an dem
der Herd und ein Hinterladerofen einer Stube hingen. Bei reichen
Halligbewohnern waren die Stuben vornehm eingerichtet und gefliest.
• Wasserversorgung
Keine der Halligen verfügt über trinkbares Grundwasser.
Das zwingt zu Regenwasserspeicherung in Kuhlen und Zisternen, die
in die Warft beim Bau eingearbeitet wurden.
Dabei trennte man zwischen besserem Wasser vom Hausdach für
Menschen, das in abgedeckten „Sods“ gespeichert wurde.
Das Regenwasser der Warftoberfläche mit all seinen Verunreinigungen
sammelte man in Kuhlen, den „Fethingen“, die der Viehtränkung
dienten. In trockenen Sommern mussten sich aber auch die Menschen
mit diesem Wasser begnügen.
• Brennstoffversorgung
Auf Halligen gibt es keine Büsche und Bäume. Brennmaterial
ist knapp. Deshalb hat sich eine spezielle Technik entwickelt: Man
kochte und heizte mit Stallmist. Dazu wurde der abgelagerte Mist
im Frühjahr auf der Warft ausgebreitet und gestampft.
War er getrocknet, wurde er in Platten, den Ditten zerteilt und
auf dem Dachboden gelagert. Von dort führte eine Luke direkt
zu einer Kiste neben dem Herd in der Küche. Der „Bilegger“,
ein Hinterladerofen in der „Dörns“, der Stube,
wurde von der Küche aus versorgt.
• Vorratswirtschaft
Die Verkehrsferne und die fehlende Möglichkeit, jederzeit das
Lebensnotwendige zu bekommen, zwangen zur Vorratswirtschaft: Vieles
wurde in größeren Mengen hergestellt und eingelagert:
Heu für die Tiere, Ditten zum Heizen, Baumaterialien und Strandgut.
Man bereitete selber Brot und Butter, machte Gemüse und Obst
ein und konservierte Fleisch aus eigener Schlachtung. Alle von außen
zugekauften Lebensmittel mussten heran geführt werden. Noch
heute bestellt man z. T. seine Waren einmal die Woche auf dem Festland
und bekommt sie geliefert.
• Berufe
Haupterwerb auf den Halligen selber war die Landwirtschaft in ihren
eingeschränkten Möglichkeiten. Daneben gab es Tagelöhner
und kleine Leute, die von Gelegenheitsarbeiten und Handwerk lebten.
Da die Hallig so nur einen Teil der Einwohner ernähren konnte,
verlegte man sich schon früh auf die Seefahrt. Im Walfang und
auf großen Überseeschiffen waren die Männer oft
jahrelang weg. Viele bildeten sich fort und wurden Kapitäne
oder Steuerleute. Dabei erlangten sie großen Wohlstand und
statteten ihre Häuser vornehm aus. Oft bildeten sie im Alter
die jungen Leute unter der Bedingung kostenlos aus, dass diese später
das gleiche tun sollten.
Schluss: 1962
• Sturmflut
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem Küstenschutzmaßnahmen
weitgehend unterblieben waren, löste die Hollandflut von 53
einen großen Schock an der gesamten Nordseeküste aus.
In den Niederlanden waren zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.
Obwohl die deutsche Küste glimpflich weggekommen war, begann
man mit Sicherungsplanungen.
1962 waren die ersten Maßnahmen angelaufen, aber das meiste
blieb noch zu tun. Diesmal war Nordfriesland stark betroffen und
nur Glück verhinderte, dass Menschen ums Leben kamen. Alle
Maßnahmen wurden beschleunigt, die Planungen erweitert.
• Schäden
Auch wenn 1953 und vor allem 1962 niemand ums Leben kam, waren die
materiellen Schäden immens! Die Warftböschungen wiesen
Unterspülungen und Einbrüche aus, die Wasserspeicherung
war vom Salzwasser verdorben und auch die Abwassergruben so überspült,
dass die Fäkalien in die Häuser zurück gedrückt
worden waren.
Auf den Halligen waren fast alle Häuser zerstört oder
mussten abgetragen werden. Das Mobiliar und die Vorräte waren
verloren, zahlreiche Tiere ertrunken. Für die meisten Einwohner
schien ein weiteres Leben und Wohnen auf den Halligen nicht mehr
vorstellbar. Hier war der Staat gefordert!
• Konsequenzen
Die Konsequenzen, die man nach den verheerenden Sturmfluten 1953
(Hollandflut) und vor allem nach der die Halligen betreffenden Flut
von 1962 gezogen hat, sollen Thema des zweiten Aufsatzes dieser
Seite sein.
Die Halligen seit der Sturmflut 1962
Erhaltung eines einmaligen Kultur- und Lebensraums
Einleitung: Bestandsaufnahme
• Schäden
Schon die „Holland-Flut“ von 1953 hatte dazu geführt,
dass die Bewohner der Halligen, aber auch das Land und der Bund
Pläne zur Halligsicherung entwickelten und mit der Umsetzung
begannen.
Die Flut von 1962 mit 4 m über MTHw führte zu schwersten
Schäden und zeigte die Dringlichkeit der Maßnahmen. Fast
alle Warften wurden überschwemmt, die Häuser durchnässt,
zahlreiche zerstört, Kleinvieh ertrank. Wie durch ein Wunder
kamen keine Menschen zu Schaden!
• Gefahren
Die Flut von 1962 machte deutlich:
- Nicht nur das Land, auch die Warften waren gefährdet. Ihre
Böschungen waren zu steil und ihre Höhe zu gering.
- Die Bausubstanz der Häuser und Nebengebäude war marode
und bot dem Wasser keinen Widerstand.
- Jeder Mensch, der auf der Hallig lebte, wurde gebraucht. Die Bevölkerungszahl
musste durch Anheben des Lebensstandards gehalten werden.
- Bei Gebäudeschäden gab es keine oder zu wenig und zu
unsichere Schutzräume mit Notreserven für Menschen.
Hauptteil A: Sicherheit
• Einführung
Bericht des Kreisbauamtes vom 20.3.1962:
„Das Hochwasser der Nordsee war an den vorgenannten Tagen
(16./17.2.) rund 4,00 m über Gewöhnlich Hochwasser und
überflutete infolge der niedrigen Lage der Warften auf den
Halligen nicht nur das Land, sondern fast alle Wohnungen und Wirtschaftsgebäude.
Je nach Höhe der Warft stand das Wasser bis 1,40 m hoch in
den einzelnen Gebäuden, so daß das gesamte Mobiliar einschließlich
Betten beschädigt und zum größten Teil unbrauchbar
geworden ist.
Das Kleinvieh, soweit es nicht rechtzeitig auf den Dachboden gebracht
worden ist, ertrank.
Durch die Wucht der Wellen schlugen Mauern, die bereits rissig waren,
ein. In zwei Fällen wurden sogar neue Stallmauern zerschlagen.
Die Einwohner selbst, die bis zuletzt im Wasser stehend auf das
Vieh achten müssen, konnten sich nur auf den Dachboden und
in einigen Fällen nur auf dem Dach retten.
In einem Falle musste eine junge Familie mit einem zwei Monate alten
Kind nach Einsturz des Hauses auf einem noch stehenden Heudiemen
Zuflucht suchen und dort mehrere Stunden aushalten.
Anders sah es aus auf den Warften, auf denen die Erhöhung der
Gebäude und der Bau eines Schutzraumes im Zuge der Sanierung
erfolgt ist. Hier sind, abgesehen von kleinen Dachschäden,
weder Vieh noch sonstiger Hausrat verloren gegangen. Weiter muß
hierzu festgestellt werden, daß z. B. die Familie Kruse auf
Nordstrandischmoor mit 8 Köpfen nur dadurch gerettet werden
konnte, weil sie in dem 1961 erhöhten Gebäude und hier
wiederum in dem eingebauten Schutzraum sichere Zuflucht fand. Ähnlich
lagen die Verhältnisse bei den vorhandenen Schutzräumen
auf Langeneß, Oland, Süderoog und Südfall.
Bei der Sturmflut stellte sich weiter heraus, daß die Gebäudeschäden
auf denjenigen Warften verhältnismäßig gering waren,
deren Böschung bereits durch das Marschenbauamt Husum abgeflacht
wurden.“
• Küstenbefestigung
Schon 1711 hatte man die Bedeutung der Halligen für einen flächenhaften
Küstenschutz erkannt und begonnen, ein Programm zur Halligsicherung
aufzustellen. Die politischen Wirren verhinderten aber praktische
Maßnahmen.
Erst ab 1894 begann man, die Halligkanten durch steinerne Deckwerke
zu befestigen. Verbindungsdämme beruhigten die umlaufenden
Wassermassen und führten zu Anlandungen. Systematischer Lahnungsbau
rund um die Halligen förderte diesen Prozess.
• Schutzraumbau
Die Hollandflut von 1953 hatte deutlich gemacht, dass für die
Halligbewohner im Sturmflutfalle keine Fluchtmöglichkeiten
gegeben waren. Sie konnten sich nur auf die Dachböden ihrer
vom Einsturz bedrohten Häuser retten.
1957 entstand auf Süderoog, das damals noch ein Jugendlager
hatte, ein Schutzhaus für 150 Personen. Ab 61 baute man unter
Nutzung des Programms „Halligplan“ (61-71) einzelne
Schutzräume für jedes Gehöft. Die ersten entstanden
auf Nordstrandischmoor, Langeneß und Oland.
• Wegebau und Flurbereinigung
Bis in den 2. Weltkrieg hinein herrschte auf den Halligen die „Allmendewirtschaft“,
gemeinsame Nutzung der Böden nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel.
Statt Straßen gab es Trampelpfade mit kleinen Brücken
über die Priele. Lasten wurden auf Booten befördert.
Nach Einführung des Privatlands wurde in den 50er Jahren mit
dem Teer- später Betonwegebau begonnen. Nur so konnte die Landwirtschaft
effizienter gestaltet und der Fremdenverkehr eingeführt werden.
Heute gibt es Betonstraßen und Schiffsanleger.
• Warfterhöhungen und Abflachungen
Nach 1953 wurde für die Halligen eine Orientierungshilfe erarbeitet,
die feststellte, dass die meisten Warften zu niedrig und zu steil
geböscht waren. Man begann schon 61 mit der Warfterhöhung
und –abflachung sowie dem Anheben bzw Neubau der Hallighäuser.
Die Flut 62 gab den Planern recht: Die meisten neuen Gebäude
und Warften überstanden die Wassereinwirkungen unbeschädigt.
Die nicht sanierten Häuser mussten überwiegend als Totalverluste
abgeschrieben oder konnten nur notdürftig für wenige Jahre
geflickt werden.
• Ringdeiche
Ringdeiche, also 1,50 m hohe Schutzwälle an den äußeren
Oberkanten der Warften waren schon in der „Orientierungshilfe“
von 61 vorgeschlagen aber als zu teuer und aufwendig verworfen worden.
Außerdem war auf den Warften kein Platz vorhanden.
Erst als sich die Trägerschaft der Umgestaltung in den 80er
Jahren vom Küstenschutz auf die Dorferneuerung verlagerte,
wurden die Warftoberflächen erweitert, um neue Nutzungen zu
ermöglichen (Fremdenverkehr). Dabei wurden die Ringdeiche in
genügendem Abstand zu den Häusern ausgeführt.
Hauptteil B: Versorgung
• Einführung
Doch es ging nicht nur um die Sicherheit der Bewohner sondern auch
um einen zufrieden stellenden Lebensstandard:
Die Untersuchungen in den 50er Jahren hatten ergeben, dass die meisten
Familien von einer extrem extensiven Landwirtschaft mit Jahreseinkommen
von unter 1.000,- DM leben mussten (Ein Schutzmann verdiente 250,-
DM im Monat). Die Produktion war auf Viehwirtschaft eingeschränkt,
wobei es keinen Absatz für Milch gab (Kühlung, Transport).
Die Wohnverhältnisse waren schlecht, es gab unsichere Verkehrsanbindung,
keinen Strom, nur Regen als Trinkwasser, Telefon und Post fehlten
oder kamen sporadisch. Man lebte meilenweit entfernt von Arzt und
höherer Bildung. Bei den geringen und unsicheren Einkommen
war auch noch die Lebenshaltung deutlich teurer. Also wanderten
in den 50er Jahren massenweise Leute ab.
Das Programm Nord von 53 versuchte, das Gefälle des Lebensstandards
in Schleswig-Holstein auszugleichen. Sehr schnell wurden die Halligen
mit einbezogen.
• Schiffsverkehr
Schon immer wurden die Halligen mit Booten versorgt. Aber der Verkehr
fuhr nur sporadisch, war mühselig und nicht gut planbar. Reisen
zum Festland waren mit großem Zeitaufwand verbunden
Nach der Eindeichung des Hauke-Haien-Kooges am Festland (1957-59)
wurde der Hafen Schlüttsiel mit guter Straßenanbindung
nach Husum in Betrieb genommen. Nach und nach wurden die Halligen
mit Fähranlegern versehen und konnten so in feste Fährpläne
eingebunden werden.
Gemeinsam mit den neuen Straßen verbesserten sich Versorgung
und Reisemöglichkeiten! Einmal die Woche kann man an einem
Tag nach Husum und zurück.
• Wasserversorgung
Die bessere Verkehrsanbindung erlaubte, über Fremdenverkehr
nachzudenken. Dem stand die unzureichende Wasserversorgung aus Zisternen
entgegen. Da kein Süßwasser außer Regen vorhanden
war, kam nur eine Anbindung ans Festland infrage.
1964 waren Oland und Langeneß angeschlossen, da der vorhandene
Verbindungsdamm eine leichte Verlegung einer Rohrleitung erlaubte.
1968 bekam Hooge seine Leitung von Pellworm, das selbst erst 65/7
angeschlossen worden war.
Erst 1975 erhielt Nordstrandischmoor Wasseranschluss, Gröde
1976. Südfall und Süderoog sind ohne Anschluss.
• Abwasser- und Müllentsorgung
Leitungsanschluss und steigender Fremdenverkehr führten zu
Abwasserproblemen. Man musste Hauskläranlagen bauen und deren
regelmäßige Reinigung organisieren.
Ebenso war der Festmüll zu entsorgen. Gesetzesänderungen
in den 70er Jahren erlegten den Kreisen diese Aufgabe auf. Man transportierte
Müll und Klärschlamm zum Festland. Die dabei anfallenden
erhöhten Kosten werden über Umlageverfahren auf alle Bürger
des Kreises verteilt. Bei Warftumbauten werden gemeinsame Kläranlagen
gebaut, die auch sturmflutfest sind.
• Stromversorgung
Bis in die 50er Jahre wurde mit Mist geheizt und gekocht sowie mit
Petroleum die Lampen betrieben. Vereinzelt wurde ab den 30er Jahren
Strom mit Windrädern erzeugt. Die Versorgung war dann nicht
nur unsicher sondern beschränkte sich auf kleine Mengen.
Mit der Erfahrung, 42 beim Anschluss von Föhr und Pellworm
gesammelt, begann 54 die Anbindung von Langeneß. Hooge erhielt
59 die Leitung mit dem Wasser. Die kleineren Halligen bekamen Dieselgeneratoren,
eine teure Lösung. Auf Nordstrandischmoor und Gröde folgte
der Strom dem Wasser.
• Post und Telefon
Schon seit Jahrhunderten gab es Halligfähren, denen auch die
Postbeförderung unterlag. Außerdem trugen im 20. Jh.
Wattbriefträger einige Male die Woche die Post zu den kleineren
Halligen. Heute ist die Postbeförderung dank Schiffen fast
so schnell wie am Festland. Probleme bringen Eisgang und extremer
Ostwind, der die Fahrrinnen leer fegt.
Um 1890 erhielt Hooge eine Telegrafenstation, die im sich Pastorat
befand. Vor dem 2. Weltkrieg hatten die Halligen Telefonanschluss,
heute erfolgt die Weiterleitung über Funknetze.
• Medizinische Betreuung
Eine kontinuierliche medizinische Versorgung ist auf den Halligen
in unserem Gesundheitssystem nicht möglich. Die wenigen Einwohner
können keinen Arzt tragen, die Gemeindeschwester übernimmt
die Erstbetreuung. Auf ihre Anweisung werden Patienten in Notfällen
mit dem Rettungskreuzer oder Hubschrauber zum Festland in Krankenhaus
gebracht. In einzelnen Fällen darf sie sogar den Tod feststellen,
sonst dürfen das nur Ärzte. Gesundheitsfürsorge erlegt
den Halligbewohnern also eine große Eigenverantwortung auf,
denn sie müssen auch die Wegekosten selber tragen.
• Schulwesen
Hooge, Langeneß, Oland, Gröde und Nordstrandischmoor
haben kleine Schulen. Ein bis zwei Lehrer unterrichten die wenigen
Kinder bis zur 10. Klasse im Einzelunterricht in ein bis zwei Räumen.
In Zeiten, wo kleinere Halligen nur ein Schulkind hatten, musste
dieses oft auf der Nachbarinsel zum Unterricht und war dann wochenweise
von Zuhause abwesend.
Nach der Haupt- oder Realschule wechseln die Jugendlichen zum Festland,
um Aufbau- oder weiterführende Schulen zu besuchen. So lernen
sie sehr früh Eigenverantwortung.
Hauptteil C: Wirtschaftsentwicklung
• Einführung
Alle Sicherungs- und Infrastrukturmaßnahmen sind vergeblich,
wenn die Halligbewohner nicht in der Lage sind, ihre Einkommen zu
erwirtschaften. Dabei erscheint es aus Sicht des Hallig- und damit
Küstenschutzes wichtig, Menschen aller Altersgruppen und mit
verschiedenen praktischen Berufen vor Ort zu halten. Im Katastrophenfall
ist jede Hand, jeder Kopf wichtig!
Schon immer bot die Landwirtschaft zu wenig Einkommen für die
Halligleute. Zahlreiche Männer fuhren in früheren Jahrhunderten
als Kapitäne, Steuerleute und Mannschaften zur See. Den Frauen
oblag es, die kleine Wirtschaft zu Hause zu betreiben.
Heute besteht das Problem der Überalterung, denn junge Familien
finden nur schwer ein Einkommen und Wohnraum. Es gibt schon Warften,
auf denen im Winter in einigen Häusern nur Alte leben, die
anderen gehören Festländern und stehen leer. Im Katastrophenfall
sind diese Alten dann auf sich allein gestellt, um die Warft zu
sichern. Hier ist die Allgemeinheit gefordert!
• Landwirtschaft
Landwirtschaft war immer nur in Sonderformen möglich: Pflanzenbau
fiel wegen der Bodenversalzung aus, Milchproduktion scheiterte an
Verkehrsferne und fehlenden Kühlmöglichkeiten. Weidemast
mit eigenem oder Pensionsvieh verlangt sicheres Trinkwasser.
Obwohl die Wasserversorgung heute sicher ist, haben die schwindenden
Gewinnspannen bei der Mast sowie die Forderung nach „hellem
Fleisch“ von Seiten der Vermarkter die meisten Höfe zum
Aufgeben gezwungen. Neueste Untersuchungen der Landwirtschafts-Kammer
sollen neue Wege zeigen.
• Fremdenverkehr
Nach Ausbau der Infrastruktur entwickelte sich in den 60er Jahren
der Fremdenverkehr zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Hooge weist
neben Übernachtungsgästen einen hohen Tagestourismus aus,
die anderen Halligen bevorzugen Besucher, die länger bleiben.
Zielgruppen sind Reisende, die Individualurlaub in besonderer Umgebung
suchen. Diese Gäste erwarten Bildungsangebote zu diesem speziellen
Lebensraum, sehen Natur und Mensch im Zusammenhang und freuen sich
über persönlichen Kontakt. Dafür nehmen sie gewisse
Einschränkungen in Kauf.
• Öffentliche Arbeiten
Die Sondersituation der Halligen verlangt kontinuierliche Wasserbaumaßnahmen
an ihnen und in ihrer Umgebung. Diese Aufgabe erfüllen zahlreiche
Facharbeiter, die oft auf den Halligen leben. Damit werden junge
fachbezogen erfahrene Kräfte in der Region gebunden.
Auch andere öffentliche Aufgaben, wie Verwaltung vor Ort, Serviceleistungen
im Fremdenverkehr oder Sozialbereich helfen, Einkommen auf den Halligen
zu erzielen und damit staatliche Zuwendungen sinnvoll einzusetzen.
Jeder Arbeitsplatz bedeutet eine Familie vor Ort
• Naturschutz
Die Halligen liegen in einem weltweit einmaligen Naturraum, der
staatlichen Schutz verdient. Dabei sollen Einheimische und Gäste
nicht ausgeklammert sondern sinnvoll eingebunden werden:
Die Natur ist nachhaltige Ressource im Tourismus: Naturerfahrung
bedeutet inhaltsorientierten Urlaub. Gäste wollen diesen Raum
erleben. Dabei nehmen sie Rücksicht, wenn sie vernünftig
informiert und angeleitet werden.
Hier bieten sich Möglichkeiten zur Einbindung der Einheimischen:
Der Ranger, der mit dem Naturschutz sein Geld verdient, wird diesen
unterstützen.
Schluss: Bürgerbeteiligung
• Politikstrukturen
Hooge bildet mit Norderoog, Langeneß mit Oland und Gröde
mit Habel je eine Gemeinde. Südfall und Süderoog gehören
zu Pellworm, Lüttmoor zu Nordstrand und Hamburger Hallig zu
den Reußenkögen am Festland.
Damit ergeben sich sehr kleine politische Einheiten: Gröde
etwa hat statt eines Gemeinderates eine Einwohnerversammlung. Trotzdem
gibt es eigene Bürgermeister und die Verwaltung erfolgt von
Nachbarinseln und verlangt hohen Aufwand. Nur so können die
spezifischen Belange der kleinen Inseln pragmatisch berücksichtigt
werden.
• LSE
Wie viele andere Gemeinden nahmen in den letzten Jahren auch die
Halligen an der „Ländlichen Struktur- und Entwicklungsanalyse“
teil. Dieses Planungsverfahren des Landes verlangt Bürgerbeteiligung
und beginnt mit einem Brainstorming, bei dem jeder seine Wünsche
und Ziele einbringen kann.
Jede Gemeinde hatte ihr eigenes Verfahren, wobei auf Vernetzung
großer Wert gelegt wurde. Dabei sind kleinere und größere
Projekte entstanden, wie Infoangebote zur Halligkultur oder Natur
und Infrastrukturmaßnahmen. Aber auch der Wunsch nach einer
Biosphärenregion wurde artikuliert und die Anerkennungsverfahren
in Gang gesetzt.
• Halligstiftung
Am 28.9.1980 beschloss der Kreistag die Einrichtung der Stiftung
„Nordfriesische Halligen“.
Die Stiftung soll zum Erhalt der Halligen und der Lebensgrundlage
der dort wohnenden Menschen beitragen. In einem Stiftungsrat sind
Vertreter des Kreises, der zuständigen Landesbehörden
und der Halligen selber, die in enger Zusammenarbeit Ziele erarbeiten
und deren Umsetzung begleiten.
Dabei werden die verschiedenen Förderprogramme auf ihre Anwendbarkeit
untersucht und koordiniert. Die enge Verbindung zur Verwaltung schafft
kurze Wege und erhöht die Effizienz der Umsetzung.
• Presse
Immer wieder tauchen die Halligen in Presse, Funk und Fernsehen
auf, das Interesse der Öffentlichkeit an dieses kleinen merkwürdigen
Eilanden mit den unmöglichen Lebensbedingungen ist groß.
Die Bewohner der Halligen sind daran interessiert: Sie wünschen
sich Gehör für ihre Probleme, aber sie wünschen sich
auch Gäste, mit denen sie die Erfahrungen des einmaligen Lebensraumes
teilen können.
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