Himmelsschauspiel : Im Takt der schwarzen Venus

Der Venustransit am 6. Juni 2012 ist eines der seltensten Himmelsereignisse überhaupt - wer ihn verpasst, bekommt keine zweite Chance. Heute vor allem ein Highlight für Hobbyastronomen, spornten Venustransits in früheren Jahrhunderten ganze Forschernationen zu Höchstleistungen an.
Venus, unser Nachbarplanet im Sonnensystem, ist der hellste „Stern“ am irdischen Firmament. Nur Sonne und Mond übertreffen ihre Strahlkraft. Am Morgen des 6. Juni aber setzt sich die helle Venus auf recht ungewohnte Weise in Szene: als tiefschwarzer Fleck vor der Sonne. Zum letzten Mal im 21. Jahrhundert - und damit zum letzten Mal für praktisch alle heute lebenden Menschen - ereignet sich ein solcher Venustransit. Erst im Jahr 2117 wird sich das Schauspiel wiederholen. Während eines Transits tritt die Venus vor die Sonne und wirft ihren Schatten auf die Erde. Dunkel wird es bei dieser „Miniatur-Sonnenfinsternis“ aber nicht. Der Planet vermag gerade einmal ein Tausendstel der Sonnenscheibe zu bedecken. In Wirklichkeit fast so groß wie die Erde, ist die schwarze Venus aus knapp 40 Millionen Kilometer Entfernung gerade mit bloßem Auge zu erkennen. Sie kommt dabei der Erde nahe wie kein anderer Planet - ein Umstand, der den Venustransits vor Jahrhunderten eine herausragende Bedeutung für die Wissenschaft verschaffte: Das seltene Himmelsschauspiel galt einst als Schlüssel zur Vermessung des Kosmos.






