
Gustave Le Bon
(1841-1931)
Le Bon, Gustave, geb. 7. Mai 1841 in Nogent-le-Retrou; gest. 15. Dezember 1931 in Paris).
Nach Le Bon sind die Massen keine Kulturerzeuger, sie wirken nur negativ, sind impulsiv, suggerierbar, intolerant, konservativ, unterliegen dem Einflusse ihrer F�hrer usw. Es gibt homogene und heterogene Massen. Das Instinktive, Triebartige, Unbewu�te, Alogische kommt in jeder Massenseele zur Geltung; die Individualit�t der Mitglieder der Masse tritt zur�ck. Eine einheitliche, neue Psyche, die �Massenseele�, bildet sich (�loi de l'unit� mentale des foules�). �Die bewu�te Pers�nlichkeit schwindet, die Gef�hle und Gedanken aller Einheiten sind nach derselben Richtung orientiert. Es bildet sich eine Kollektivseele.�
Die Materie ist nach Le Bon ein Kraftreservoir (�un simple r�servoir des forces�), eine relativ stabile Energieform; sie besteht aus Atomen, die mit sehr gro�er Geschwindigkeit sich bewegen. Allm�hlich wandelt sich die Materie durch Dissoziation der Atome in reine Energie um, so da� sie also nicht unzerst�rbar ist; die Masse ist nur das Ma� der Tr�gheit.
Schriften: L'homme et les soci�t�s, 1878. - Les lois psychologiques de l'�volution des peuples, 1894. - Psychologie des foules, 1895; deutsch 1907. - Psychologie du socialisme, 1902. - L'�volution de la mati�re, 18. �d. - L'�volution de la force, 10. �d., u. a.

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(Aus: Rudolf Eisler (1876-1927): Philosophen-Lexikon. Leben, Werke und Lehren der Denker, 1912)