"Man kann unsere gegenw�rtige evolution�re und �kologische Krise nicht verstehen, wenn man sich keine Gedanken dar�ber macht, wie wir in eine so gef�hrliche Lage geraten sind. Die Vorstellung, wir k�nnten unsere endliche Umwelt endlos ausbeuten, um die Bed�rfnisse einer st�ndig wachsenden Erdbev�lkerung zu befriedigen, ist offenkundig naiv. Denn technischer Fortschritt hilft uns nicht viel weiter. Doch nicht minder naiv ist die Vorstellung, wir k�nnten zu einer idyllischen Lebensform als J�ger und Sammler zur�ckkehren. Was wir tun m�ssen, um uns selber zu retten, ist die wichtigste Frage dieses Jahrhunderts."
Bernard Campbell in ��kologie des Menschen�, 1985
�kologie als wissenschaftliche Disziplin ist bekanntlicherweise die Lehre von den Wechselbeziehungen der Lebewesen mit ihrer anorganischen und organischen Umwelt. Mit der in das allgemeine Bewusstsein gelangten Umweltproblematik hat das Wort aber auch die alltagssprachliche Bedeutung von der uns umgebenden Natur mit all ihren Verflechtungen und ihrer Bedeutung f�r unsere Lebensgrundlagen bekommen. So ist hinsichtlich der Umweltorganisationen und der AktivistInnen-Szene auch von der ��kologie-Bewegung� die Rede, und im Franz�sischen wird denn auch zwischen ��cologues� und ��cologistes� unterschieden.
Nun sind die Umweltprobleme ja nicht Probleme der Umwelt, sondern des Menschen und seiner Gesellschaft. Eine �kologie, bei der das im Zentrum des Interesses stehende Lebewesen der Mensch ist, eine Human�kologie kurz gesagt, muss sich nach meinem Verst�ndnis entsprechend mit der Frage besch�ftigen, welche gesellschaftlichen und kulturellen Hintergr�nde f�r diese Probleme verantwortlich sind, und wie es historisch gesehen �berhaupt dazu kommen konnte. Es ist bald klar, dass eine derart umfassende Fragestellung auf die Ergebnisse einer ganzen Reihe von wissenschaftlichen Disziplinen angewiesen ist. Trotzdem oder gerade deswegen kann aber Human�kologie keine Superwissenschaft sein, denn es gibt kein l�ckenloses Rezept f�r eine interdisziplin�re Zusammenf�hrung der verschiedenen Fachrichtungen nach streng wissenschaftlichen Kriterien. Typischerweise ist Human�kologie auch nur an wenigen Hochschulen als Lehr- und Forschungsrichtung anerkannt und etabliert. Human�kologie ist eher eine Perspektive, die wissenschaftliche Komponenten enth�lt, dar�ber hinaus aber auch der philosophischen Reflexion bedarf (nicht zuletzt weil die Wissenschaft selbst zum Teil eine Problemverursacherin ist) und auch in der Lage sein muss, an menschlichen Alltagserfahrungen anzukn�pfen. Eine so verstandene Human�kologie kann nicht vordergr�ndig pr�zise Antworten und Handlungsanleitungen f�r konkrete fragliche Situationen geben, sondern soll denkenden und f�hlenden Menschen Bewusstseinsanst�sse geben und vielleicht auch dazu animieren, auf irgendeine Weise aktiv zur Erhaltung nicht nur unserer Lebensgrundlagen, sondern auch der unserer ganzen Mitwelt beizutragen.
Diese pers�nliche Website ist haupts�chlich meiner eigenen human�kologischen Perspektive gewidmet, so wie sie im Laufe von 13 Jahren am damaligen Geographischen Institut der ETH Z�rich im Schosse einer engagierten Gruppe von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen entstanden ist und sich dann nach meinem R�cktritt im h�uslichen Umfeld und bei praktischer Arbeit mit NGO�s weiter entwickelt hat. Als Einstieg empfehle ich den Artikel �Ein konzeptioneller Rahmen f�r eine Allgemeine Human�kologie� und das Skript �Einf�hrung in die Human�kologie�. Mit der Zeit soll diese Website auch Hinweise auf externe Aktivit�ten im human�kologischen Bereich enthalten.