Leinefelde
Leinefelde Stadt Leinefelde-Worbis | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 23′ N, 10° 19′ O |
| Höhe: | 335 (330–350) m ü. NHN |
| Einwohner: | 8577 (30. Juni 2023)[1] |
| Eingemeindung: | 16. März 2004 |
| Postleitzahl: | 37327 |
| Vorwahl: | 03605 |
Lage von Leinefelde in Leinefelde-Worbis | |
Leinefelde ist der südliche Stadtteil von Leinefelde-Worbis im Landkreis Eichsfeld in Thüringen.
Geographische Lage
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Leinefelde ist der einwohnermäßig größte Stadtteil der Doppelstadt Leinefelde-Worbis und besteht im Wesentlichen aus dem Altstadtbereich und dem südlich angrenzenden Bereich der Plattenbausiedlung. Der Stadtteil liegt etwa vier Kilometer südwestlich von Worbis und zwölf Kilometer östlich von der Kreisstadt Heilbad Heiligenstadt. Die Nachbarorte sind Beuren im Westen, Breitenbach im Norden, Breitenholz im Osten, Birkungen im Südosten und Kallmerode im Süden. Das Stadtgebiet von Leinefelde liegt auf der Elbe-Weser-Wasserscheide mit der Leinequelle, kurz unterhalb der Quelle mündet die auf dem Zehnsberg entspringende Line. Südlich von Leinefelde erstreckt sich der Dün und weiter im Nordosten das Ohmgebirge.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Namensherkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leinefelde wurde erstmals 1227 als Leukenfelt erwähnt. Eine Vermutung zur Namensherkunft bezieht sich auf die Leine als Namensgeberin, neuere Forschungen vermuten jedoch eine Ableitung vom Personennamen Liuko (Luidger).[2]
Mittelalter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage und Name des Ortes lassen darauf schließen, dass er schon im 9. Jahrhundert bestand. Leinefelde wurde 1227 erstmals urkundlich als Leukenfeld erwähnt. Leinefelde war jahrhundertelang nur ein kleines Dorf mit wenigen hundert Einwohnern.
Frühe Neuzeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bereits im 17. Jahrhundert lebten in Leinefelde viele Familien vom Woll- und Garnspinnen. Diese Produkte aus dem Eichsfeld genossen einen guten Ruf und wurden bis nach Spanien, Ungarn, Flandern, und Nowgorod verkauft.[3]
Von 1772 bis 1867 war Leinefeld eine Filiale der Pfarrei von Birkungen. Pfarrer Phillipp Meysing wirkte 1815 bis 1864 in Birkungen und Leinefelde. Der erste Leinefelder Pfarrer wurde 1868 der Gemeinde vorgestellt.[4]
Industrialisierung und Modernisierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit dem Bau der großen Überlandstraße Köln–Berlin 1826 (heute Bundesstraße 80) und der Überlandstraße von Mühlhausen nach Duderstadt 1834 (heute Bundesstraße 247) begann die Entwicklung Leinefeldes zum Verkehrsknotenpunkt. Fortgesetzt wurde dieses mit dem Bau der Bahnstrecke Halle–Nordhausen–Leinefelde–Eichenberg–Hann. Münden im Jahr 1867. Als der Ort wenig später (1870) mit der Bahnstrecke Gotha–Leinefelde noch eine zweite Hauptbahnstrecke erhielt, wurde der Bahnhof zum Zentralbahnhof des Eichsfeldes und der Ort wuchs rasch heran. Die Kanonenbahn durch Leinefelde wurde 1880 durch einen Bahnanschluss von Leinefelde nach Eschwege in Hessen fertiggestellt (stillgelegt 1998). 1897 folgte die Bahnstrecke Leinefelde–Wulften, auf der allerdings ab Teistungen nach 1945 auf Grund der deutschen Teilung der Betrieb eingestellt wurde.
Erster Weltkrieg
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unmittelbar nach Beginn des Ersten Weltkriegs richtete das St. Josephstift im September 1914 ein Lazarett für 64 verwundete Soldaten ein.[5]
Im Ersten Weltkrieg kamen 66 Männer aus Leinefelde ums Leben. Zum Gedenken an diese Gefallenen wurde 1932 an der Kallmeröder Straße im Bereich des Lunaparks ein Kriegerdenkmal errichtet.[5]
Weimarer Republik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1920er Jahren entwickelte sich Leinefelde mit rund 60 Fabriken, Handwerks- und Gewerbebetriebe, Geschäfte und Gaststätten zunehmend zu einem Ort mit kleinstädtischem Charakter. Im Jahr 1928 waren in Leinefelde zwölf Vereine registriert, darunter die Freiwillige Feuerwehr, der Gesangsverein Arion und der Sportklub 1912.[5]
Nationalsozialismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 1930 wurde die Leinefelder NSDAP-Ortsgruppe gegründet.[6]
Kurz vor und nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kam es zu erheblichen Eingriffen in das religiöse Leben des Dorfes: Gegen katholische Geistliche wurden Flugblätter und öffentliche Anzeigen verbreitet. Der evangelische Pfarrer Stark wurde mehrfach inhaftiert und starb 1948 an den Folgen der Haft. Im Jahr 1940 ordneten die Behörden zudem die Entfernung des Bestandes religiöser Schriften aus der katholischen Kirche an.[5]
Während des Zweiten Weltkrieges kam es zur Denunziation als Homosexueller von August K. Er wurde in das KZ Mittelbau-Dora deportiert. 1940 trafen die ersten polnischen Zwangsarbeiter in Leinefelde ein. Sie mussten im Sägewerk, beim Forstamt und bei der Bahnmeisterei arbeiten.[7] Des Weiteren gab es in Leinefelde auch französische Zwangsarbeiter.[8]
In 1940 wurde Leinefelde zudem Ziel britischer Brand- und Sprengbombenangriffe.[5]
Im Jahr 1942 mussten die vier Glocken der Alten Kirche als „kriegswichtiges Material“ abgeliefert werden. Erst in 1949 wurden drei neue Glocken geweiht.[5]
Am 31. März um 11 Uhr erfolgte ein Luftangriff auf den Bahnhof, ein weiterer am 1. April um 9 Uhr. Entsprechend der von Adolf Hitler angeordneten Zerstörung strategisch wichtiger Infrastruktur beim Rückzug der deutschen Wehrmacht wurden am 9. April die beiden Eisenbahnbrücken in Leinefelde gesprengt. Daraufhin verweigerte der Leinefelder Volkssturm weitere Befehle und erklärte den Ort zur offenen Stadt. Dadurch blieb Leinefelde weitgehend von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verschont. Am 10. April rückten Einheiten der 1. US-Panzerarmee in den Ort ein.[5]
Im Zweiten Weltkrieg kamen 107 Wehrmachtssoldaten aus Leinefelde ums Leben.[9]
Nachkriegszeit
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit der Festlegung der Demarkationslinie zwischen den Besatzungszonen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Eichsfeld geteilt. Die Abriegelung der Zonengrenzen führte Ende Juni zu einem starken Flüchtlingsaufkommen in Leinefelde, wo sich zeitweise bis zu 800 Menschen auf den Straßen des Ortes aufhielten. Am 7. Juli 1945 folgte, entsprechend den Vereinbarungen der Konferenz von Jalta, der Einmarsch sowjetischer Truppen.[5] Zur Unterstützung von Flüchtlingen und Heimkehrern arbeiteten die Organisationen Volkssolidarität und Caritas zusammen. Zwischen Juli und Dezember 1945 wurden in Leinefelde rund 30.000 warme Mahlzeiten ausgegeben.[5] Gleichzeitig trat im Ort eine Typhusepidemie auf.[5]
Deutsche Demokratische Republik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den unmittelbaren Nachkriegsjahren führten Enteignungen, Beschlagnahmungen und Zwangsevakuierungen zu tiefgreifenden Veränderungen der über lange Zeit gewachsenen Wirtschaftsstruktur der Region.[5]
Das etwa 2.500 Einwohner zählende Dorf sollte nach dem 1958 verabschiedeten Eichsfeldplan der SED zum industriellen Zentrum des Obereichsfelds ausgebaut werden. Damit wurde auch das Ziel verfolgt, die bestehenden Strukturen aus Landwirtschaft, Kleinhandwerk und katholischem Glauben zu zerstören. Durch Ansiedlung von Arbeitern aus anderen Teilen der DDR sollte die Gesellschaft „sozialistischer“ werden. Somit war der Entschluss, Leinefelde zu einem Industriezentrum auszubauen, nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus politischen Gründen gefällt worden. Am 10. April 1961 wurde mit dem Bau der Baumwollspinnerei begonnen. Hier arbeiteten in der Blütezeit bis zu 4.500 Beschäftigte (70 % der Belegschaft waren Frauen). Am 7. Oktober 1969 erhielt Leinefelde die Stadtrechte. Ab den 1960er Jahren wurden in Leinefelde viele Plattenbaugebiete mit insgesamt 3.200 Neubauwohnungen angelegt, und die Einwohnerzahl stieg innerhalb von 15 Jahren von 6.658 Ende 1970 auf 15.526 Ende 1985 an.
Dieser Ausbau von Industrieanlagen sowie die Errichtung neuer Wohngebiete führten zu einem schnellen Bevölkerungswachstum und veränderten die bis dahin überwiegend dörflich geprägten Strukturen grundlegend. Auch die sozialen und alltäglichen Lebensverhältnisse wurden durch die Entwicklung zu einem industriell geprägten Standort, insbesondere durch den Schichtbetrieb in den neu entstandenen Großbetrieben stark geprägt.[5]
Im Oktober 1989 kam es im Zuge der politischen Umbrüche in der DDR zu regelmäßigen Friedensgebeten in der katholischen Pfarrkirche, an denen sich zunächst etwa 700 Personen beteiligten. Die Teilnehmer forderten unter anderem die Freilassung politischer Häftlinge aus Leinefelde sowie demokratische Reformen in der DDR. Im weiteren Verlauf fanden wöchentliche Gottesdienste sowie friedliche Demonstrationen im Rahmen der entstehenden Montagsdemonstrationen statt. Zu den erhobenen Forderungen zählten insbesondere Reisefreiheit, die Öffnung der innerdeutschen Grenze unter dem Motto „Eichsfeld ohne Grenzen“ sowie die Wahrung der Menschenwürde. Am 9. November 1989 nahmen etwa 10.000 Menschen an einem Friedensgebet in und vor der Kirche teil. Im Anschluss formierte sich eine Lichterprozession in Richtung des zentralen Platzes, wo sich weitere rund 8.000 Personen versammelten. Während dieser Ereignisse erreichte die Teilnehmer die Nachricht von der Öffnung der innerdeutschen Grenze.[5]
Nach einer rund 24-jährigen Unterbrechung wurde im Mai 1990 die Eisenbahnstrecke Halle–Kassel wieder in Betrieb genommen, auf der Leinefelde erneut ein Halt war. Im Zusammenhang mit der Deutschen Wiedervereinigung fanden am 2. und 3. Oktober 1990 Festveranstaltungen statt.[5]
Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung Deutschlands war Leinefelde mit 16.500 Einwohnern der größte Ort im Obereichsfeld.
Seit 1990
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem 14. Oktober 1990 gehört das Obereichsfeld, und somit auch Leinefelde, zum wiedergegründeten Bundesland Thüringen.[5]
Im Juni 1991 begann mit dem die Entwicklung des Gewerbegebiets Breitenhölzer Straße. Auf einer Fläche von rund 11,68 ha ließen sich im weiteren Verlauf 13 Betriebe nieder. Damit verbunden war die Schaffung von etwa 300 Arbeitsplätzen. Das Vorhaben wurde durch öffentliche Mittel des Bundes sowie des Landes Niedersachsen gefördert.[5]
In die Stadt Leinefelde wurde Breitenholz zum 1. Januar 1992 eingemeindet.[5]
Im Oktober 1993 wurden die Stadtwerke Leinefelde gegründet. Ebenfalls im Herbst desselben Jahres erfolgte die Weihe der neu errichteten St.-Bonifatius-Kirche. Im Mai 1994 wurde der Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke Eichenberg–Halle im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit abgeschlossen und offiziell freigegeben.[5] 1995 wurde erstmals das Leinefelder Stadtfest durchgeführt. Im Gewerbegebiet „In den Saalen“ entstand ein neues Einkaufszentrum.
Die Gemeinde Birkungen wurde am 23. September 1995 in die Stadt eingegliedert.
Im Mai 1996 wurde das Gebäude „Leinefelde 2000“ eröffnet, das als Modellprojekt für energieeffizientes Bauen galt. Im selben Jahr wurden mehrere städtebauliche Maßnahmen umgesetzt, insbesondere in der Südstadt, darunter die Umgestaltung zentraler Plätze sowie Modernisierungen im Wohnungsbestand. Ergänzt wurde dies durch den Ausbau von Infrastruktur, darunter ein Radweg nach Beuren und neue Wohnbauflächen. Ende 1996 wurde das St.-Josef-Krankenhaus geschlossen. 1997 wurde Leinefelde als Projektstandort der EXPO 2000 in Hannover anerkannt. Im Mittelpunkt stand die weitere städtebauliche Entwicklung der Südstadt. Parallel dazu wurden mehrere Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt, darunter Straßenbau und die Entwicklung neuer Wohngebiete. Zudem gingen verschiedene öffentliche Einrichtungen in Betrieb, darunter Verwaltungs- und Energieversorgungsgebäude. 1998 wurde mit dem Bau eines Jugendzentrums begonnen. Außerdem wurde die Lunaparkhalle als neue Dreifeldsporthalle fertiggestellt. Im Rahmen der städtebaulichen Umstrukturierung wurden erstmals größere Rückbaumaßnahmen an Wohngebäuden durchgeführt. Im Oktober 1998 besuchte der Bundespräsident, Roman Herzog, die Stadt. 1999 wurde der Ausbau der Sport- und Freizeitinfrastruktur fortgesetzt, insbesondere durch den Bau eines neuen Hallen- und Freizeitbades. Weitere Freiflächen im Bereich des Lunaparks wurden umgestaltet. Im selben Jahr nahm ein lokaler Fernsehsender seinen Betrieb auf. Vor einem neu errichteten Verwaltungsgebäude wurde eine Skulpturengruppe zur Stadtgeschichte installiert.[5]
Im Jahr 2000 beteiligte sich Leinefelde als dezentraler Standort an der EXPO 2000. Damit wurde die seit den 1990er Jahren betriebene städtebauliche Umgestaltung in einen überregionalen Kontext eingebettet.[5] Zum 6. Juni 2000 wurde Beuren in die Stadt eingegliedert.[10]
Leinefelde wurde am 16. März 2004 in die neue Stadt Leinefelde-Worbis integriert.[11]
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leinefelde unterhält die folgenden Städtepartnerschaften:
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Vereine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ringaufreunde e. V.
- SC Leinefelde von 1912 (Fußball)
- ESV Lok Leinefelde (Mehrspartensportverein)
- Kampfsportverein Leinefelde e. V.
- Schützenverein Leinefelde 1991 e. V.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zu den Sehenswürdigkeiten von Leinefelde zählen:
- Römisch-katholische Kirchen: St. Bonifatius, Sankt Maria Magdalena (Neue Kirche) und St. Maria Magdalena (Alte Kirche)
- Leinequelle
- Fuhlrott-Denkmal
- Skulpturengruppe der Fellhändler
- Lunapark
Neonazistischer „Eichsfeldtag“
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leinefelde gehört zu den Zentren rechtsextremistischer und neonazistischer Betätigung in Thüringen. Insbesondere veranstaltet die NPD dort seit 2011 den vom verurteilten Neonazi und NPD-Politiker Thorsten Heise begründeten sogenannten „Eichsfeldtag“. Im Jahre 2017 fand das von der NPD organisierte Rechtsrock-Festival zum bereits siebten Mal mit rund 500 Neonazis statt. Auf der antirassistischen Gegendemonstration mit etwa 130 Personen wurde kritisiert, dass die Stadt den Neonazis eine „Wohlfühlzone“ geschaffen habe. Auch die örtliche Zivilgesellschaft engagiere sich zu wenig gegen die Neonazis.[12]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ansässige Unternehmen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die heimische Wirtschaft wird von produzierendem Gewerbe und Handwerksbetrieben geprägt. Die ehemals größten Betriebe in Leinefelde, die Baumwollspinnerei und Zwirnerei und die Molkerei, hatten ihre Produktion eingestellt. Mit der Erschließung neuer Gewerbegebiete haben sich neue Firmen angesiedelt. Die wichtigsten Unternehmen sind heute im Holzbau sowie Hallen- und Anlagenbau tätig.
Schienenverkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Leinefelde ist Knotenpunkt der überregional bedeutenden Bahnstrecke Halle–Hann. Münden (Halle-Kasseler Eisenbahn) und der Strecke Göttingen–Erfurt (Bahnstrecke Gotha–Leinefelde). Hier halten die Regional-Express-Linien 1 (Göttingen–Leinefelde–Erfurt–Gera-Glauchau) und 9 (Kassel–Leinefelde–Nordhausen–Halle) sowie verschiedene Regionalbahnen.
Die Strecke Halle–Hann. Münden wurde als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit bis 1994 zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Dahingehend wurde im Bahnhof Leinefelde ein Elektronisches Stellwerk als eines der ersten in Thüringen eingerichtet, das auch die Streckenabschnitte Heilbad Heiligenstadt–Gernrode und Leinefelde–Bad Langensalza steuert.
Bis 2014 hielt jeden Freitag ein InterCity der DB in Leinefelde, der von Frankfurt am Main Hauptbahnhof nach Leipzig Hauptbahnhof verkehrte. Sonntags hielt er aus der anderen Richtung. Dies war wöchentlich der einzige hier haltende Fernverkehrszug.
Die Bahnstrecken Leinefelde–Wulften und Leinefelde-Treysa sind inzwischen stillgelegt.
Autobahn und Bundesstraßen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bundesstraße 247 (Duderstadt–Mühlhausen) und die Landesstraße 3080 (die ehemalige B 80) kreuzen sich in Leinefelde. Die Bundesautobahn 38 (Halle (Saale)–Göttingen), ebenfalls ein Verkehrsprojekt Deutsche Einheit, grenzt unmittelbar an den Stadtteil Leinefelde.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Johann Carl Fuhlrott (1803–1877), Naturforscher, hat den Neandertaler einem vorzeitlichen Menschen zugeschrieben
- Konrad Hentrich (1880–1972), Sprachwissenschaftler
- Karl Kaufhold (1922–2015), Komponist, Dirigent und Organist
- Georg Schaefer (1926–1990), deutsch-US-amerikanischer Maler und Autor
- Hans-Reinhard Koch (1929–2018), katholischer Geistlicher, Weihbischof in Erfurt
- Josef Koch (1933–2021), Zahnmediziner, Kieferchirurg und Allgemeinmediziner
- Horst-Jürgen Fuhlrott (1935–2020), Politiker (NPD), Mitglied des Hessischen Landtags
- Michael-Andreas Heinemann (* 1949), Politiker (CDU)
- Ludwig Fromm (* 1950), Architekt und Stadtplaner
- Peter Schubert (* 1959), Bühnenbildner
- Stephan Kulle (* 1967), Theologe, Journalist, Fernsehmoderator und Buchautor
- Sigrid Hupach (* 1968), Politikerin (BSW, Die Linke)
- Sabine Berninger (* 1971), Politikerin (PDS, Die Linke)
- Thomas T. Müller (* 1974), Historiker
- Nicolle Pfaff (* 1976), Pädagogin
- Claudia Bechstein (* 1978), Fotomodell
- Christian Zwingmann (* 1978), Bürgermeister der Stadt Leinefelde-Worbis
- Sebastian Kaufmann (* 1979), Literaturwissenschaftler, Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Johannes Krause (* 1980), Biochemiker, Professor an der Eberhard Karls Universität Tübingen
- Jenny Schack (* 1981), Politikerin und Journalistin
- Karsten Prühl (* 1982), Filmemacher und Drehbuchautor
- David Gregosz (* 1983), Politiker (CDU)
- Kathrin Klausmeier (* 1986), Geschichtsdidakterin
- Coretta Storz (* 1986), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
- Marco Hartmann (* 1988), Fußballspieler
- David Gollnow (* 1989), Leichtathlet
- Sebastian Huke (* 1989), Fußballspieler
- Stefan Bötticher (* 1992), Bahnradsportler
- Fabian Schnellhardt (* 1994), Fußballspieler
- Christopher Drößler (* 1995), Politiker (AfD)
- Sebastian Stolze (* 1995), Fußballspieler
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ulrich Hussong: Siegel und Wappen der Städte Leinefelde und Leinefelde-Worbis. In: Eichsfeld-Jahrbuch 22 (2014), S. 337–344
- Karl-Heinz Kabisch: Leinefelde. Rund um die Leinequellen. Verlag Geiger, Horb 1992
- Wolfgang Kil: Das Wunder von Leinefelde: Eine Stadt erfindet sich neu. Verlag: Sandstein Kommunikation, 2008
- Alice von Plato: Feiern in der doppelten Diaspora. Leinefelde im katholischen Eichsfeld – eine „sozialistische Stadt“. In: Adelheid von Saldern: Inszenierte Einigkeit. Herrschaftsrepräsentationen in DDR-Städten. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2003, S. 235–274
- Elmar Golland: Aus der Geschichte von Leinefelde. In: Eichsfeld. Heimatzeitschrift des Eichsfeldes. Jg. 46 (2002), Mecke Druck und Verlag Duderstadt, Heft 8 S. 276–271 und Heft 9 S. 324–329
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Amtsblatt für die Stadt Leinefelde-Worbis / Jahrgang 2024 – Nr. 6. (PDF; 897 KB) S. 2, abgerufen am 11. August 2024.
- ↑ Erhard Müller: Leine war nicht Namengeberin. in: Thüringer Tageblatt September 1984
- ↑ michael kruppe: Geschichte der Stadt Leinefelde (Doku). 6. Juli 2022, abgerufen am 24. Mai 2026.
- ↑ Helmut Godehard: Kirmesbrauchtum auf dem Eichsfeld. Aus den Jugenderinnerungen von Konrad Hentrich IV aus Leinefelde. In: Kulturbund Worbis (Hrsg.): Eichsfelder Heimathefte. Heft 3. Heiligenstadt 1988, S. 267–272.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 Historisches. Abgerufen am 24. Mai 2026.
- ↑ Mathias Degenhardt: „Um unsere Leute für diese Ziele zu begeistern“. Vor 90 Jahren: NS-Rednerabende auf dem Eichsfeld 1930. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift. Band 65, Nr. 1/2. Mecke Druck und Verlag, 2021, ISSN 1611-1648, S. 24 (meckedruck.de [PDF]).
- ↑ Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Bd. 8: Thüringen / hrsg. vom Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und dem Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945. Redaktion: Ursula Krause-Schmitt. VAS, Verl. für Akad. Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 978-3-88864-343-9, S. 40 f.
- ↑ Zwangsarbeit in Niedersachsen - Archiv der Veranstaltungen. Abgerufen am 24. Mai 2026.
- ↑ Super User: Mein Eichsfeld - Mein Eichsfeld. Abgerufen am 24. Mai 2026 (deutsch).
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik
- ↑ Statistisches Bundesamt: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2004
- ↑ Hüpfburg, Hass und Hitlergruß – Störungsmelder. In: zeit.de. Abgerufen am 8. Mai 2017.


