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Katzenhaie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Katzenhai)
Katzenhaie
BERJAYA

Großgefleckter Katzenhai (Scyliorhinus stellaris)

Systematik
Überklasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Klasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Teilklasse: Haie (Selachii)
Überordnung: Galeomorphii
Ordnung: Grundhaie (Carcharhiniformes)
Familie: Katzenhaie
Wissenschaftlicher Name
Scyliorhinidae
Gill, 1862

Die Katzenhaie (Scyliorhinidae) sind eine aus drei Gattungen mit ca. 35 Arten bestehende Familie der Grundhaie (Carcharhiniformes). Sie kommen weltweit in den kühlen bis warmen Meeren vor;[1] nur in den Polarmeeren sind sie nicht zu finden. Die für Menschen harmlosen, schlanken Bodenhaie bewohnen vor allem küstennahe Zonen, dringen teilweise aber auch bis in die Tiefsee vor.

Ihren deutschen Namen verdanken sie großen Augen, die mit ihren länglichen Pupillen an die Augen von Katzen erinnern und eine Nickhaut besitzen (Augen werden mit dem unteren Augenlid geschlossen). Allen Arten ist gemeinsam, dass sie Eier legen.

Eier des Kettenkatzenhais (Scyliorhinus retifer) mit sich entwickelnden Embryos

Katzenhaie haben einen deutlich lang gestreckten Körper und besitzen zwei stachellose Rückenflossen (Finnen) sowie zwei Afterflossen. Im Unterschied zu allen anderen Haifamilien, mit Ausnahme der Atelomycteridae und der Pentanchidae, zwei Haifamilien, die erst jüngst von den Katzenhaien abgespalten wurden, liegt die erste Rückenflosse auf der Höhe der Bauchflossen oder kurz dahinter. Von den fünf Kiemenspalten liegt die letzte oberhalb der Brustflossenbasis. Ein Spritzloch ist vorhanden, ebenso ein Spiraldarm. Katzenhaie werden je nach Art 21 Zentimeter bis 1,70 Meter lang. Das einzige morphologische Merkmal, das die Katzenhaie von den Pentanchidae unterscheidet, ist der Supraorbitalkamm, ein Knorpelkamm oberhalb der Augen, der den Pentanchidae fehlt.[2]

Eine Reihe von Katzenhaien besitzt eine auffällige Färbung. So hat der Pyjamahai (Poroderma africanum) dunkle Längsstreifen. Andere tragen ein kettenartiges, dunkles Muster auf der helleren Haut, wie der Kettenkatzenhai (Scyliorhinus retifer). Viele Katzenhaie weisen zudem durch Auflicht angeregte Biofluoreszenz ähnlich einer Biolumineszenz auf.[3]

Katzenhaie ernähren sich von größeren Wirbellosen und kleinen Fischen.

Die Befruchtung findet bei den Katzenhaien im Körper statt. Das Weibchen legt ungefähr 20 viereckige Eier, die von einer hornigen Kapsel umgeben sind, an der spiralige Fäden hängen. Damit werden die Eier an Steinen oder Wasserpflanzen befestigt. Die Jungen schlüpfen erst nach 7–8 Monaten.

Innerhalb der Grundhaie (Carcharhiniformes) nehmen die Katzenhaie eine basale Stellung als Schwestergruppe aller anderen Familien ein. Mit ursprünglich weit über 100 Arten waren sie die artenreichste Familie der Haie. Nach der Abtrennung der Pentanchidae[2] und der Atelomycteridae werden heute noch drei Gattungen und etwa 35 Arten zu den Katzenhaien gezählt:[1]

Das folgende Kladogramm zeigt die basale Stellung der Katzenhaie innerhalb der Grundhaie.[2]

 Carcharhiniformes 

Katzenhaie (Scyliorhinidae)


   

Falsche Katzenhaie (Proscylliidae)


   

Pseudotriakidae


   

Glatthaie (Triakidae)


   

Requiemhaie (Carcharhinidae)




   

Pentanchidae


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BERJAYA
Damebretthai
(Cephaloscyllium isabellum)
BERJAYA
Kleingefleckter Katzenhai (Scyliorhinus canicula)
BERJAYA
Kettenkatzenhai (Scyliorhinus retifer)

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Karla D. A. Soares, Kleber Mathubara: Combined phylogeny and new classification of catsharks (Chondrichthyes: Elasmobranchii: Carcharhiniformes). Zoological Journal of the Linnean Society, zlab108, 2022, doi:10.1093/zoolinnean/zlab108.
  2. 1 2 3 Samuel P. Iglésias, Guillaume Lecointre, Daniel Y. Sellos: Extensive paraphylies within sharks of the order Carcharhiniformes inferred from nuclear and mitochondrial genes. Mol. Phylogenet. Evol., 34, 2005, S. 569–583.
  3. David F. Gruber, Ellis R. Loew, Dimitri D. Deheyn, Derya Akkaynak, Jean P. Gaffney, W. Leo Smith, Matthew P. Davis, Jennifer H. Stern, Vincent A. Pieribone, John S. Sparks: Biofluorescence in catsharks (Scyliorhinidae): Fundamental description and relevance for Elasmobranch visual ecology. In: Sci. Rep. Band 6, 2016, S. 24751, doi:10.1038/srep24751.
  4. P. R. Last, H. Motomura, W. T. White: Cephaloscyllium albipinnum sp. nov., a new swell shark (Carcharhihiformes: Scyliorhinidae) from Southeastern Australia. In: P. R. Last W. T. White, J. J. Pogonoski (Hrsg.): Descriptions of New Australian Chondrichthyans. In: CSIRO Marine and Atmospheric Research Paper. Band 22, 2008.
  5. P. R. Last, B. Séret, W. T. White: New swellsharks (Cephaloscyllium: Scyliorhinidae) from the Indo-Australian region. In: P. R. Last W. T. White, J. J. Pogonoski (Hrsg.): Descriptions of New Australian Chondrichthyans. In: CSIRO Marine and Atmospheric Research Paper. Band 22, 2008.
  6. Karla D. A. Soares, Marcelo R. de Carvalho: The catshark genus Scyliorhinus (Chondrichthyes: Carcharhiniformes: Scyliorhinidae): taxonomy, morphology and distribution. Zootaxa, 4601, 1, 2019, S. 1–147, doi:10.11646/zootaxa.4601.1.1.
  7. Karla D. A. Soares, Ulisses L. Gomes, Marcelo R. de Carvalho: Taxonomic review of catsharks of the Scyliorhinus haeckelii group, with the description of a new species (Chondrichthyes: Carcharhiniformes: Scyliorhinidae). Zootaxa, 4066, 5, Januar 2016, S. 501–534, doi:10.11646/zootaxa.4066.5.1.
  8. Nanami Ito, Miho Fujii, Kenji Nohara, Sho Tanaka: Scyliorhinus hachijoensis, A New Species of Catshark from the Izu Islands, Japan (Carcharhiniformes: Scyliorhinidae). Zootaxa. 5092, 3, 2022, S. 331–349, doi:10.11646/zootaxa.5092.3.5.
Commons: Katzenhaie (Scyliorhinidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien