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Noordoostpolder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Emmeloord)
Gemeinde Noordoostpolder
Flagge der Gemeinde Noordoostpolder
Flagge
Wappen der Gemeinde Noordoostpolder
Wappen
Staat NiederlandeBERJAYA Niederlande
Provinz BERJAYA Flevoland
Bürgermeister Roger de Groot (CDA)[1]
Sitz der Gemeinde Emmeloord
Fläche
 – Land
 – Wasser
593,47 km²
458,09 km²
135,38 km²
CBS-Code 0171
Einwohner 51.997 (1. Jan. 2026[2])
Bevölkerungsdichte 88 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 42′ N,  45′ OKoordinaten: 52° 42′ N,  45′ O
Bedeutender Verkehrsweg A6 N50 N331 N333 N351 N352
Vorwahl 0527
Postleitzahlen 8301–8305, 8307–8309, 8311–8317, 8319
Website noordoostpolder.nl
BERJAYA
Vorlage:Infobox Ort in den Niederlanden/Wartung/Karte

Noordoostpolder (anhören/?) heißt eine niederländische Gemeinde, die im Wesentlichen aus einem Polder besteht, also einem dem Meer abgetrotzten Stück Land. Der Noordoostpolder wurde im Jahre 1942 im Rahmen der Zuiderzeewerke trockengelegt und schließt sich im Osten an das ältere Festland an, im Westen liegt er am heutigen See IJsselmeer (der ehemaligen Zuiderzee). Innerhalb des Polders befinden sich die ehemaligen Inseln Urk und Schokland, Urk ist allerdings eine eigene Gemeinde. Die übrigen Siedlungen liegen in der Gemeinde Noordoostpolder.

Die Gemeinde hat ihren Verwaltungssitz in Emmeloord und gehört seit 1986 zur neugeschaffenen Provinz Flevoland. Der andere Teil der Provinz ist die Insel Flevopolder, mit der die Gemeinde Noordoostpolder über die Ketelbrug (A6) verbunden ist. Auf dem eher dünn besiedelten Noordoostpolder wird vor allem hochwertige Land- und Gartenwirtschaft betrieben.

In Noordoostpolder leben nach Angabe des CBS 51.997 Einwohner (Stand: 1. Januar 2026).

Größter Ort ist Emmeloord (27.355 Einwohner; Stand: 1. Januar 2024).[3] Andere Orte sind die nach dem Zweiten Weltkrieg gebauten Dörfer Marknesse (3.950 Einwohner), Nagele, Ens, Creil, Espel, Bant, Rutten, Kraggenburg, Luttelgeest und Tollebeek. Die ehemalige Insel Schokland gehört ebenfalls zur Gemeinde.

Lage und Wirtschaft

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Durch das Gemeindegebiet führt die Autobahn A6. Im Süden grenzt Noordoostpolder an das Zwarte Meer, im Südwesten an das Ketelmeer, zwei Randseen des IJsselmeeres, im Westen an das IJsselmeer und an die Gemeinde Urk, im Norden an die Gemeinde Lemsterland in der Provinz Fryslân (Friesland) und im Osten an die Provinz Overijssel. Eine Bahnstrecke über Lelystad nach Amsterdam oder nach Zwolle wurde geplant, ist jedoch nicht ausgeführt worden. Emmeloord ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Gemeinde.

Bei Marknesse befindet sich das Nationale Luft- und Raumfahrtlabor der Niederlande (NLR) mit dem Deutsch-Niederländischen Windkanal zur Überprüfung von Flug- und Fahrzeugen. Auch befindet sich dort eine Abteilung des (von der Technischen Universität Delft geleiteten) Hydrogeologischen Labors (TL Delft Hydraulics), wo Dämme und andere Wasserwerke anhand von im Modell nachgestellten Überschwemmungen und Sturmfluten auf ihre Wirksamkeit geprüft werden.

Auf dem Territorium der Gemeinde Noordoostpolder wurde 2017 der größte Windpark der Niederlande in Betrieb genommen. Der Windpark Noordoostpolder besteht aus insgesamt 3 Teilprojekten, davon 2 On-Shore und eines Near-Shore vor der Küste, und liefert pro Jahr rd. 1,4 Mrd. kWh elektrischer Energie.[4]

Die ehemals in der Zuiderzee gelegene Insel Schokland, die auch in der Bronzezeit schon bewohnt war, wurde ab dem 9. Jahrhundert wieder besiedelt. Spuren von Warften und Deichen wurden nach der Trockenlegung des Polders entdeckt. Schokland war vier Kilometer lang und zunächst einige Kilometer breit. Die Erosion durch die Zuiderzee machte Schokland immer schmaler und somit wirtschaftlich schlechter nutzbar. Die durch Landverluste betroffene Insel gehörte bis in das Jahr 1660 diversen Mitgliedern der Familie Van de Werve, eine kurze Zeit war sie in den Händen von Andries de Graeff, um danach bis 1792 der Stadt Amsterdam als Ambachtsherrlichkeit zu dienen. Sie hatte 1840 noch 695 Einwohner, mehrheitlich im Dorf Emmeloord (Namensgeber für das „neue“ Emmeloord).

Die Gemeinde Schokland wurde am 10. Juli 1859 aufgelöst, die Bewohner wurden nach Volendam, Kampen und in andere Orte umgesiedelt; das Gemeindegebiet wurde an die Gemeinde Kampen abgetreten. Träger des Familiennamens Schokker sind häufig Nachfahren der Inselbewohner, die diese Umsiedlung erlebten. Die 1834 erbaute Kirche blieb als einziges Schokländer Bauwerk aus dieser Zeit erhalten.

Während der Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg fanden hier viele vor den Besatzern Untergetauchte im neu geschaffenen, unwirtlichen und sumpfigen Polder Arbeit und Zuflucht; die niederländische Widerstandsbewegung hatte hier ihr Rückzugsgebiet. Die in den Niederlanden gebräuchliche Abkürzung NOP für Noordoostpolder erfährt in Bezug auf diese Zeit ihre Umdeutung als „Nederlands Onderduikers Paradijs“ („Niederländisches Abgetauchten-Paradies“).[5] 1995 wurde die „Polderlandschaft Schokland“ als Kulturlandschaft von „außergewöhnlich universellem Wert“ und daher besonders erhaltenswert in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Kommunalwahl am 18. März 2026[6]
Wahlbeteiligung: 53,60 %
 %
20
10
0
17,22
14,88
14,53
14,16
11,83
10,84
9,40
7,14
n. k.
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2022
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+0,02
−4,18
−3,21
+0,67
+11,83
−4,10
−0,92
+7,14
−5,47
−1,77
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Politieke Unie
d ONS Noordoostpolder
f 2022 als eigenständige Wahllisten
h Brede Horizon
j Jezus Leeft

Der Gemeinderat des Noordoostpolder wird seit 1982 folgendermaßen gebildet:

ParteiSitze[6] a
198219861990199419982002200620102014201820222026
CDA1112107108877655
Politieke Unie b1327333465
ChristenUnie3545565
SGP11233
RPF
GPV00
ONS Noordoostpolder333344
FvD4
GroenLinks115612223
PvdA57645322
VVD543453453433
Brede Horizon2
D6611331102211
SP32
Partij van vrije Poldermensen110
Progressieve Combinatie10
Lijst Vercraeije1
Gesamt252525252727292929292931
Sitzverteilung im Gemeinderat von Noordoostpolder 2026
3
5
4
2
5
3
5
4
3 5 4 2 5 3 5 4 
Insgesamt 31 Sitze

Nach der Wahl 2022 wurde eine Koalition aus Politieke Unie, ONS Noordoostpolder, VVD und PvdA gebildet. Sie verfügen über 15 der 29 Sitze.[7]

Anmerkungen
a 
Parteien, die zwar an der Wahl teilgenommen hatten, aber keinen Ratssitz erlangen konnten, werden nicht berücksichtigt.
b 
Bis einschließlich 2006 kandidierte die Politieke Unie als Politieke Unie voor een leefbare Noordoostpolder.

Bürgermeister und Beigeordnete

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Die Koalition besteht zwischen 2018 und 2022 aus CDA, ChristenUnie/SGP, Politieke Unie und VVD.[8] Die Koalitionsparteien stellen dem Kollegium jeweils einen Beigeordneten bereit. Diese wurden im Rahmen einer Ratssitzung am 16. Mai 2018 berufen.[9] Folgende Personen gehören zum Kollegium und sind in folgenden Bereichen zuständig[10]:

FunktionNameParteiRessortAnmerkung
BürgermeisterRoger de GrootCDAKulturerbe, öffentliche Ordnung und Sicherheit, Asylzentrum, allgemeine, amtliche und administrative Angelegenheiten (Personalpolitik), Gebietsmarketing, Projekt: Dienstleistungseit dem 1. Juni 2021 im Amt[1]
BeigeordneteMarian UitdewilligenCDAVolksgesundheit, Sozialhilfegesetz, Armutspolitik, koordinierende Beigeordnete für Krachtig Noordoostpolder (deutsch „Kraftvolles Noordoostpolder“), Wohnungswesen (Wohnen), Angelegenheiten im Bereich der Stadt- und Dorferneuerung (Umstrukturierung inklusive Centrumschil), Beigeordnete für die Dörfer, Projekt: Schokland
Anjo SimonseChristenUnie/SGPöffentlicher Raum und Grün, Infrastruktur, Erreichbarkeit und Mobilität, Nachhaltigkeit und Energiewende, Jugendpolitik und -hilfe, Förderung von Sport und Bewegung, Beigeordneter für die Stadtviertel, übrige kommunale Gebäude, Projekt: Kulturbetrieb
Wiemer HaagsmaPolitieke Unieräumliche Entwicklung, Betrieb der Baugrundstücke inklusive Emmelhage und Wellerwaard, Bau- und Wohnungsaufsicht, Gesetz für allgemeine Bestimmungen des Umweltrechts, Vollstreckung, Märkte, Teilnahmen und dergleichen, Sport, Kunst, Kultur und Bibliothek, Senkungszonen, Projekte: Herz der Stadt und Umweltgesetz
Hans WijnantsVVDwirtschaftliche Entwicklung, Erholung und Tourismus, Finanzen, Bildungsaufgaben, Erwachsenenbildung und Bildungshäuser, Klein- und Kinderbetreuung, Gelder für die Zuiderzeelijn (Stimulierungsmaßnahmen), (Re)Integrationspolitik, Förderung von Auswanderern, soziale Arbeitsmaßnahmen, Projekt: Campus für den Sekundarunterricht
GemeindesekretärIwan Valkseit Juni 2009 im Amt
Allgemeiner Vorsteher/Stellvertretender GemeindesekretärEelke de Vriesseit Mai 2013 im Amt

Beschreibung: Der gevierte Schild zeigt im ersten Feld in Blau eine silberne Lilie; im zweiten auf Gold einen schwarzen nach oben sich verjüngenden Turm mit drei Zinnentürmen und gezogenem Torgatter und zwei tagbelichteten Fenstern, im dritten liegen im Goldenen fünf rote schrägrechte Leisten; im blauen Vierten ein silbernes Mühlrad. Auf dem Wappenschild ruht eine goldene Krone.

Söhne und Töchter der Gemeinde

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Commons: Noordoostpolder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Nieuwe burgemeester in Noordoostpolder. In: rijksoverheid.nl. Rijksoverheid, 25. Mai 2021, abgerufen am 7. Juni 2021 (niederländisch).
  2. Bevolkingsontwikkeling; regio per maand. In: StatLine. Centraal Bureau voor de Statistiek, 27. Februar 2026, abgerufen am 28. Februar 2026 (niederländisch).
  3. Kerncijfers wijken en buurten 2024. In: StatLine. CBS, 14. Oktober 2024, abgerufen am 19. Oktober 2024.
  4. Windpark Noordoostpolder, abgerufen am 29. März 2018 (niederländisch)
  5. Stichting Canon De Noordoostpolder (Memento des Originals vom 21. Juli 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 7. August 2015.
  6. 1 2 Ergebnisse der Kommunalwahlen: 1982–2002 2006 2010 2014 2018 2022 2026, abgerufen am 17. Mai 2026 (niederländisch).
  7. https://raad.noordoostpolder.nl/Documenten/A09-00-Coalitieakkoord-2022-2026-Gemeente-Noordoostpolder.pdf
  8. Noordoostpolder daagt uit! – Coalitieakkoord 2018–2022. (PDF; 6,2 MB) In: noordoostpolder.nl. Gemeente Noordoostpolder, Mai 2018, ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 23. September 2018 (niederländisch). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )
  9. Nieuw college daagt Noordoostpolder uit. In: Flevopost. 11. Mai 2018, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2018; abgerufen am 24. September 2018 (niederländisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. College van burgemeester en wethouders (Memento des Originals vom 25. September 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Gemeente Noordoostpolder, abgerufen am 24. September 2018 (niederländisch)